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Transmeta geht an die Börse

08.11.2000 | 00:00 Uhr |

Transmeta geht an die Börse. Das Unternehmen stellt Chips her, die prinzipiell auch unter Mac-OS X einzusetzen sind.

Gestern ging der Chiphersteller Transmeta an die Börse. Das in Santa Clara, Kalifornien, ansässige Unternehmen hatte Anfang des Jahres zwei Prozessoren unter dem Namen Crusoe vorgestellt, die sich von den Entwicklungen der Konkurrenz wie Motorola oder AMD unterscheiden (siehe dazu auch Macwelt 5/2000, "Prozessoren - verliert Apple den Anschluss?"). Die Chips bestehen aus Hard- und Software, was zwei Vorteile bringt: Zum einen verbrauchen Crusoe-Chips weniger Strom als andere Mikroprozessoren und sind deshalb besonders für portable Rechner geeignet, zum anderen sind die Chips durch ihren Software-Bestandteil prinzipiell kompatibel zu Mac-OS X. Transmeta müsste nur die Software anpassen. Dies macht den US-Entwickler für Apple interessant, böte eine Kooperation mit Transmeta zumindest bei Powerbooks und iBooks einen Ausweg aus der Prozessorenmisere. Obwohl sich die Gerüchte über eine Zusammenarbeit zwischen Apple und Transmeta seit Anfang des Jahres halten, hat keines der Unternehmen bisher eine offizielle Bestätigung gegeben.

Wirtschaftlich sieht es momentan nicht ganz so rosig für das Unternehmen aus. Nach eigenen Angaben hatte Transmeta zum 30. Juni dieses Jahres eine Verlustbilanz von 119 Millionen US-Dollar. Eine geplante Zusammenarbeit mit IBM ist vor kurzem geplatzt, dafür besteht ein Abkommen mit Gateway, die ihre mit AOL entwickelten Internet-Computer mit Crusoe-Chips bestücken wollen. NEC hat in Japan bereits ein Crusoe-basiertes Notebook auf den Markt gebracht, das es nach Herstellerangaben auf eine Batterielaufzeit von bis zu 11 Stunden bringen soll, Fujitsu will noch im November zwei Notebooks vorstellen, die ebenfalls mit Transmeta-Prozessoren arbeiten.

Für den Börsengang dürfte es jedoch keine Probleme geben. Immerhin konnte Transmeta den ursprünglich geplanten Ausgabepreis von 13 US-Dollar schon im Vorfeld auf 21 US-Dollar anheben, was bei einem gelungenen Start 273 Millionen US-Dollar in Kasse brächte. Die Prozessorschmiede hat nach Ansicht von Insidern genügend Potenzial und Marktchancen, der Börsengang heute wird von den Wallstreet-Analysten mit Spannung verfolgt. mbi

Info: Transmeta, Internet: www.transmeta.com

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