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Transparenzen richtig ausgeben

28.07.2004 | 11:28 Uhr |

Transparenzen wirken edel, ältere Postscript-3- und alle Postscript-Level-2-RIPs werden jedoch bei der Ausgabe zum Hemmschuh.

Canvas-Muster: Die Verwendung von Transparenz in Indesign CS spiegelt sich unmittelbar in der Seitenpalette: Der betreffende Druckbogen erhält einen karierten Hintergrund im Stil eines Photoshop-Canvas.
Vergrößern Canvas-Muster: Die Verwendung von Transparenz in Indesign CS spiegelt sich unmittelbar in der Seitenpalette: Der betreffende Druckbogen erhält einen karierten Hintergrund im Stil eines Photoshop-Canvas.
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Schnelldiagnose: Anzeige problematischer Bildbereiche: Transparente Objekte sind rot, der übrige Hintergrund grau überblendet.
Vergrößern Schnelldiagnose: Anzeige problematischer Bildbereiche: Transparente Objekte sind rot, der übrige Hintergrund grau überblendet.
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Kaum ein Feature einer Layout-Software ist so verlockend wie die Transparenz. In Maßen eingesetzt hat sie besonders bei der Gestaltung von Cover-Illustrationen eine praktische Funktionalität, die ganz neue Gestaltungsfreiräume schafft und elegant Layouts hervorbringt, die aus dem Rahmen fallen. Um die Ausgabe solcher Dokumente zu erleichtern, hat Adobe Indesign CS mit einer Vorschau der Transparenz- Reduzierung ausgestattet.

von Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska


Transparenzen wirken edel - und seit Mac- OS X gehören sie zumindest am Mac zur Standardoptik. Die Kehrseite der Medaille ist die Tatsache, dass ältere Postscript-3- und alle Postscript-Level-2-RIPs bei der Ausgabe zum Hemmschuh werden.

TRANSPARENZ-PROBLEMATIK

Konturenkontrolle: Anzeige von Konturen, die in Pfade umgewandelt werden.
Vergrößern Konturenkontrolle: Anzeige von Konturen, die in Pfade umgewandelt werden.
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Transparente Objekte hat Adobe in Indesign mit der Version 2.0 Anfang 2002 eingeführt. Seither beherrscht Indesign unter anderem das Anwenden von Schlagschatten auf beliebige Objekte einer Satzdatei (Menü "Objekt > Schlagschatten"), die Modusänderung und Opazitätsregelung ("Fenster > Transparenz"), weiterhin das Berechnen weicher Kanten ("Objekt > Weiche Kante…") und die Verarbeitung transparenter PDF-, AI- und PSD-Dokumente aus Illustrator und Photoshop. In PDF-Dokumenten wurde Transparenz in PDF 1.4 mit der Vorstellung von Illustrator 10 und Acrobat 5 eingeführt. All diese Extras können jedoch von bisher existierenden Postscript-Geräten (noch) nicht korrekt verarbeitet werden. PDF-1.4-Transparenzen werden erst ab Postscript in der Version 3015 und PDF-1.5-Transparenzen ab der Postscript-Version 3016 korrekt verarbeitet. Transparenzen muss man also in der Regel noch unter Verwendung älterer Postscript-Konstrukte umsetzen.

Textkorrektur: Anzeige von Textobjekten, die in Pfade umgewandelt werden.
Vergrößern Textkorrektur: Anzeige von Textobjekten, die in Pfade umgewandelt werden.
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Diesen Prozess nennt man Transparenzreduzierung. Indesign 2 beherrscht bereits eine Art Transparenzreduzierung, bietet allerdings keine visuelle Kontrolle von deren Umsetzung und es hapert noch bei der Ausgabe. Die Version CS erweitert Indesigns Fähigkeiten im Umgang mit Transparenzen um eine Voransicht der Ergebnisse, die bereits vor der Ausgabe unter Verwendung der gewünschten Ausgabeparameter berechnet werden: die Transparenzreduzierungsvorschau. ANZEIGEOPTIONEN Im Popup-Menü "Markieren" der Palette "Reduzierungsvorschau" ("Fenster > Ausgabevorschau > Reduzierung") wählt man die Art der Objekte, die Indesign hervorheben soll. Zur Auswahl stehen hier unter anderem folgende Anzeigeoptionen: - komplexe Bereiche, die in Pixelbilder umgewandelt werden, - transparente Objekte, - Grafiken, die von der Umrechnung der Transparenz betroffen sind (und daher möglicherweise die Auflösung ändern), - in Pfade umgewandelte Konturen. In der Regel handelt es sich hierbei um die Außenkontur von Textelementen und andere Konturen, auf die Transparenz angewendet wurde (sie werden in Pfade konvertiert), - in Pfade umgewandelter Text. Textobjekte in Indesign CS, auf die eine Funktion angewendet wurde, die Transparenz verursacht, - Text und Konturen mit Pixelbildfüllung, - alle in Pixelbilder umgewandelten Bereiche, - alle betroffenen Objekte.

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