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Trends 2012: Mobile Publishing-Revolution

18.01.2012 | 09:34 Uhr |

Es sind bewegte Zeiten im Publishing - und die Branche reagiert mit einer ganzen Reihe Ankündigungen. Beispielhaft setzt das Adobe mit neuen Produkten und Services für Web, Print und Mobile Design um

Adobe Creative Suite 5.5
Vergrößern Adobe Creative Suite 5.5

Laut Adobes Chief Technology Officer Kevin Lynch erleben Publisher gerade so spannende Zeiten wie noch nie. "Es passiert ein großer Übergang hin zu Cloud-Computing, Touch-Oberflächen und Social-Computing. Das bedeutet nicht nur einen Übergang bei den Medien, die man gestaltet, sondern eine Revolution in der Kreativität".

Datenwolke als Kreativzentrum

Adobes Antwort auf die Anforderungen ist ein neuer Service, genannt Creative Cloud . Die Mitgliedschaft soll drei Vorteile bringen: Den Zugriff auf spezielle Webservices, weltweite Zusammenarbeit im Team und Austausch mit neuen Touch-Apps.

Erstes Beispiel für die neuen Webservices ist Typekit, eine Lösung für Typographie in Webseiten. Bisher stand jeder, der abseits der üblichen Schriftarten wie Verdana- und Helvetica Texte und Überschriften auf Webseiten gestalten wollte, technischen Herausforderungen gegenüber. Mit Typekit wird es einfacher, "richtige" Typographie im Web zu realisieren, durchsuchbar und ohne Hilfe von Pixelgrafiken. Der Webdesigner meldet sich bei dem Service an, sucht die gewünschte Schrift aus der Typekit-Bibliothek aus und bindet die Schriften ein. Den erforderlichen Javascript-Code generiert Typekit automatisch. Der Anbieter verspricht für jeden Font Kompatibilität für alle gängigen Browser und kümmert sich auch um die Rechtsfrage: Eine Lizenz und eine Jahresgebühr gewährt Zugang und Nutzungsrechte für alle Schriften des Anbieters.

Einfacher Datenaustausch

Die Zusammenarbeit in weltweit verteilten Teams soll der Online-Speicher der Creative Cloud erleichtern. Im Unterschied zu anderen Speicheranbietern im Web ist Adobes Dienst speziell auf Dateiformate aus den Creative-Suite-Programmen ausgerichtet. So erkennt die Plattform zum Beispiel Ebenen in PSD-Dateiformaten, Seiten in Indesign-Layouts oder verwendete Schriftarten. Direkt im Webbrowser ist es möglich, die Sichtbarkeit von Ebenen ein- und auszuschalten, Layouts zu durchblättern oder Farben und Schriftarten anzuzeigen. Dokumente können weitergereicht, präsentiert, kommentiert und mit Rechteverwaltung im Zugriff eingeschränkt werden. In ihrem Profil können Mitglieder zudem ihre Projekte präsentieren. Adobe Creative Cloud ist seit November als Betaversion am Start, die Vollversion soll im Frühjar 2012 folgen. Preise für die Mitgliedschaft beim kostenpflichtigen Dienst hat Adobe noch nicht bekanntgegeben.

Mobile Apps für mehrere Geräte entwickeln

Nicht nur auf Tablets, auch bei der App-Entwicklung für Smartphones will Adobe stärker mitmischen. Das zeigt sich im Kauf von Nitrobi Software, dem Hersteller von Phonegap

Die Open-Source-Plattform Phonegap macht es möglich, Apps für sieben mobile Plattformen und App Stores zu gestalten. Basis für die Ausgabe ist immer der gleiche Code, der auf bekannten Webtechnologien wie HTML 5, CSS 3 und Javascript basiert. Phonegap ist schon in Dreamweaver CS5.5 integriert. So können direkt aus dem Webeditor Apps mit Phonegap verpackt und im iOS- oder Android-Emulator getestet werden. Durch die Übernahme von Phonegap sollen Entwickler zwischen zwei Lösungen zur Entwicklung von nativen Multiplattform-Apps wählen können: der Umsetzung auf Basis von HTML 5 und Javascript mit Phonegap oder dem Einsatz von Adobe Flash über Adobe AIR.

Das Phonegap Open Source Framework wurde laut Adobe schon mehr als 600 000 Mal heruntergeladen und zur Erstellung vieler Tausend Applikationen genutzt, die in mobilen App Stores für Geräte auf Basis von iOS, Blackberry und anderen Betriebssystemen erhältlich sind.

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