Von Markus Schelhorn - 09.01.2013, 09:00

Trends 2013

Trends 2013: Das vernetzte Zuhause

Fernseher, Musik, aber auch Rollos, Heizung und der Backofen kann man schon jetzt per iPhone und iPad steuern. Apple könnte auch hier einen neuen Standard setzen
Die unterschiedlichsten Branchen setzen auf iOS-Geräte als Fernsteuerung. Lösungen, um Heizung, Jalousien, Videoüberwachung, Klingelanlage sowie Türöffner mit dem iPhone zu steuern, waren bislang teuer und in erster Linie für Neubauten im Angebot. 2013 trumpfen Unternehmen, die solche Lösungen deutlich günstiger und zum Nachrüsten bieten. Neben dem höheren Komfort spielen hier vor allem die Aspekte Sicherheit und Energiesparen eine Rolle.

Trend-Check

Trends Das vernetzte Zuhause

- Möglicher einheitlicher Standard zur Haussteuerung von Apple
- Zunehmendes Angebot an nachrüstbaren Steckdosen und Lampen mit iOS-Unterstützung
- Steigendes Angebot von 802.11ac-Produkten
- Steigendes Angebot an Google-TV-Produkten
Herbst
- Neues Apple TV
- Neue iPad-Modelle
- Mögliche Verabschiedung von 802.11ac

Glühbirnen, Steckdosen, Kameras und Thermostate

Einstieg in die Haussteuerung sind Produkte wie steuerbare Glühbirnen, Steckdosen oder Thermostate. Das von Philips entwickelte Lichtsystem Hue (siehe www.macwelt.de/1620017) ist mit Preisen von 199 Euro für das Basisset und 59 für jede weitere LED nicht gerade günstig, trotzdem freut sich der Hersteller über reißenden Absatz. Die LED-Birnen lassen sich einzeln oder in Kombination mit dem iPhone oder iPod steuern. Man kann Helligkeit und Farbe stufenlos regeln und sich eigene Lichtdesigns schaffen, die nicht nur gemütlicher sind, sondern auch die Leistungsfähigkeit steigern sollen.
Energie sparen Steckdosen, die sich vom iPhone aus steuern lassen, umso mehr, wenn sie sich über Switches wie Wemo von Belkin mit einem Dienst wie ifttt kombinieren lassen. Das ermöglicht Befehle wie „Wenn die Außentemperatur unter zehn Grad sinkt, schalte xyz an“. Einen Schritt weiter gehen Systeme wie Max! von ELV. Für einen Grundpreis von rund 300 Euro lässt sich eine Zwei- bis Dreizimmerwohnung mit Thermos­taten, Fensterkontakten und einer zentralen Steuerung ausstatten und dann per iPhone die Temperatur kontrollieren. Länger schon im Trend ist es, die eigenen vier Wände zu überwachen. Für rund 250 Euro gibt es per iPhone steuerbare Kameras wie die In.sight von Philips, deren Video­bild man per Internet betrachten kann. Auch viele NAS-Systeme unterstützen die Videoüberwachung, so etwa die Netzspeicher von Synology. Das alles ließe sich bequem vom iPhone oder iPad aus steuern und überwachen, ein großer Markt, den sich Apple nicht entgehen lässt. Auch der Apple Store trägt dem mittlerweile Rechnung, in eigenen Rubriken listet er „App-fähiges Zubehör“ für iPhone und iPad.

Airplay zur Fernsteuerung unter anderem für den Herd

Die Haussteuerung per iPhone oder iPad benötigt nicht viel Bandbreite auf einer drahtlosen Übertragungsstrecke. Hier dürfte das Angebot in diesem Jahr besonders stark wachsen und Apple könnte wesentlich dazu beitragen. Die bislang verfügbaren Lösungen folgen keinem einheitlichen Standard. Apple könnte einen neuen gemeinsamen Standard auf Basis von Bluetooth 4.0 etablieren. Diese Prognose stützt sich auf die Tatsache, dass es in Bluetooth 4.0 einen stromsparenden Modus gibt, der es erlaubt, kleine Empfänger mit einer langen Lebensdauer zu bauen. Alle aktuellen Apple-Geräte vom iPod Nano bis hin zum 27-Zoll-iMac sind mit Bluetooth 4.0 ausgestattet – gerüchteweise trifft das sogar auf das Apple TV zu. Bluetooth ließe sich hier per Firmware Update freischalten und schon wären alle Apple-Geräte für die Haussteuerung geeignet.
Für viele Anwendungen ist dies durchaus eine Alternative zu NFC (Near Field Communication), für die es keinen einheitlichen Standard gibt und die derzeit nur von einigen Android-Smartphones unterstützt wird.
Mit einem einheitlichen Standard unter der Federführung Apples könnten Drittanbieter zu überschaubaren Kosten Produkte entwickeln, die Heizungsventile, den Kühlschrank oder Herd ansprechen. Steuern könnte man dies über eine App beziehungsweise eine für alle Entwickler zugängige Schnittstelle. Ähnliches bietet Apple bereits mit Airplay-fähigen Stereoanlagen oder Lautsprechern. Selbst die Steuerung und Überwachung von Haushaltsrobotern wäre denkbar.

Dreimal schnelleres Wi-Fi bringt Schwung ins Haus

Es gibt wohl kaum noch einen Haushalt, in dem kein drahtloses Netz vorhanden ist. Allerdings steigen die Anforderungen an das Netz, denn der wachsende Bedarf an Video-Streams in hochauflösender Qualität bringt die Wi-Fi-Netze an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Seit 2012 gibt es daher erste Router und Wi-Fi-Adapter nach dem Standard IEEE 802.11 ac, auch bekannt als 5G Wifi (www.5gwifi.org). Noch ist 5G nicht verabschiedet, das soll allerdings 2013 geschehen. Aller Erfahrung nach wird Apple hier nicht zu den Trendsettern zählen, sondern warten, bis sich der Standard etabliert und seine Kinderkrankheiten überstanden hat.

NAS als Server mit privaten Cloud-Diensten

Ein Trend, der auch dieses Jahr sicherlich nicht an Schwung verlieren wird, ist die private Cloud. So kann man einen eigenen zentralen Speicher im Haus, auch NAS (Network Attatched Storage) genannt, als Server für diverse Cloud-Dienste verwenden. Diese können Datenspeicher sein, die Sie auch unterwegs nutzen können, aber auch Server für Gruppenkalender. NAS-Systeme werden künftig noch stärker in die Heimunterhaltung integriert. Allerdings wird sich auch dieses Jahr nichts daran ändern, dass man von einer iTunes-Bibliothek lediglich Musik und keine Videos auf einem NAS streamen kann. Mit dem Umweg über den Standard DLNA (Weiterentwicklung von UPnP AV) ist dies über iOS-Geräte auch mit anderen Medien möglich

Apple TV

Viele, die sich mit der Trendentwicklung von Apple beschäftigen, hatten schon 2012 mit einem eigenen Fernseher von Apple gerechnet. Wir waren letztes Jahr schon skeptisch und bleiben es weiter. Auch 2013 gibt es keinen Apple-Fernseher. Dafür wird die Zahl der Hersteller von Unterhaltungselektronik wachsen, die Apples Airplay-Funktionalität unterstützen. Bislang gestattet es Apple Drittanbietern nur, Musik via Airplay zu streamen. So kann man jetzt schon Musik aus einer iTunes-Mediathek auf einen Mac oder auf einen Receiver wie den Denon Ceol streamen, ein iPhone oder iPad dient dann als Fernbedienung. Spannend ist, ob Apple es künftig Drittanbietern auch gestattet, Videoinhalte via Airplay zu streamen beispielsweise direkt auf einen Smart-Fernseher. Airplay-unterstützte Fernseher werden das Video-Streamen von iOS-Geräten direkt ermöglichen. Bislang geht dies nur mit einem Apple TV als Zwischenstation.
Eine neue Version der Settop-Box Apple TV könnte mit Siri kommen. Denkbar ist auch, Drittanbietern eine iCloud-Anbindung zu ermöglichen, um so Musik- und Videoinhalte direkt aus dem Internet auf den Fernseher zu bringen. Eher unwahrscheinlich ist, dass das Apple TV Live-Fernsehen ermöglicht und die Sender via Internet empfängt (IPTV). Apple müht sich schon seit Jahren, genügend Partner zu finden. Kampflos wird Apple das Wohnzimmer nicht überlassen. Empfehlenswerte Settop-Boxen wie der WD TV Life machen ebenso Konkurrenz wie Google TV. Trotz eines holprigen Starts wird Google TV 2013 zulegen, da die meisten Smart-TVs auch Googles TV-Dienste unterstützen werden.

Neue iPods im Herbst

2012 hat Apple iPod Touch und iPod Nano komplett überarbeitet und beiden Geräten ein neues Gehäuse spendiert. Erfahrungsgemäß wird Apple die nächste iPod-Generation im September 2013 nur sanft modernisieren
iPod Touch Wahrscheinlich wird der iPod Touch, der wie das iPhone 4S mit einem A5-Prozessor arbeitet, den flotteren A6-Prozessor des iPhone 5 bekommen. Auch eine besser auflösende Kamera ist denkbar, allerdings ist der aktuelle iPod Touch mit Siri und bisheriger Kamera gut ausgestattet. Mehr Speicher wäre gut, hoffentlich sehen wir 2013 den ersten iPod Touch mit 128 Gigabyte Speicher.
iPod Nano Dem iPod Nano könnte Apple anstatt oder zusätzlich zum UKW-Radio einen DAB-Plus-Radioempfänger spendieren. Das Angebot an Digitalradio wächst enorm und teilweise schicken die Sender Zusatzinformationen wie Plattencover oder Videos zusammen mit dem Audiosignal. Unter www.digitalradio.de kann man sich über die Abdeckung vom Digitalradio in Deutschland informieren.
iPod Shuffle Der Shuffle dürfte technisch unverändert bleiben, allenfalls frischt Apple die Farben auf.
iPod Classic Nachdem wir dem Dinosaurier iPod Classic schon letztes Jahr das Aus vorhergesagt hatten, wagen wir hier keine Prognose mehr. Der unserer Meinung nach einzige Grund für das Gnadenbrot des letzten iPod-Modells mit Clickwheel-Steuerung ist sein großer Speicher von 160 Gigabyte. Hier arbeitet noch echte Mechanik, sprich eine Festplatte mit rotierenden Scheiben. Sobald die Preise für SSD-Speicher aber auf bezahlbares Maß fallen, dürfte dies das Aus für den guten alten iPod Classic bedeuten.
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