Von Christian Remse - 03.05.2012, 07:09

Trojaner

Flashback und die Sicherheit von Macs in Unternehmen

Der Trojaner Flashback, der im letzten Monat Macs durch bloßes Ansteuern präparierter Websites infizieren konnte (Drive-By-Infection), hat eine Debatte über die Sicherheit von Macs ausgelöst.
Eugene Kaspersky, Chef des Sicherheitssoftwareherstellers Kaspersky Labs, hatte behauptete, der Mac sei in Sachen Sicherheit zehn Jahre hinterher. Dabei gab er einem verspätet Sicherheitsupdates veröffentlichenden Hersteller und sorglosen Anwendern gleichermaßen die Schuld.
Zuletzt hatte der Mac in Unternehmen deutlich zugelegt, Flashback löst die Sorge aus, Firmen könnten sich wegen Sicherheitsbedenken wieder von Apple abwenden. Die Gefahr besteht derzeit noch nicht, haben unsere Kollegen der Macworld bei ihrer Recherche erfahren. "Ich denke nicht, dass Unternehmen Macs kaufen, weil sie diese als von Natur aus sicherer halten," meint etwa der Sicherheitsexperte Roger Thompson von ICSA Labs. Es herrsche in Unternehmen auch ein ganz anderes Bewusstsein für Bedrohungen, meint dessen Kollege Andy Hayter. Da IT-Verantwortliche wüssten, dass es auch jede Menge Cross-Plattform-Schadsoftware gebe, hätten sie die Macs im Unternehmen längs gesichert. Apple habe sich selbst nie offensiv an Unternehmen gewandt, dort ist laut Edy Almer von Wave Systems aber die Gewissheit gewachsen, dass Macs in das Unternehmen eingezogen sind und so die volle Aufmerksamkeit der IT in Hinblick auf System-Management, Sicherheit, Backup, Verschlüsselung und Schutz vor Datenverlust benötigten.
Auf dem Mac im Unternehmen habe Flashback keine Auswirkung, pflichtet John Linkous von elQnetworks bei, aber über iPhone und iPad und deren Sicherheit wäre oft ein zweiter Blick fällig. Im mobilen Bereich wächst Apple deutlich stärker.
Kritik an Apple und seine Nutzer äußert etwa der ZDNet-Autor Ed Bott, der Apple vorwirft, Sicherheitsupdates zu spät und nicht automatisiert herauszugeben. Zudem unterstütze Apple nur das aktuelle Betriebssystem und dessen unmittelbaren Vorgänger, insgesamt sei die Kommunikation in Sachen Sicherheit schlecht.
Dem stimmt Linkous zu und sieht gar das berühmte "Reality Distortion Field" Urstände feiern: "Sie denken ‚Wenn wir es dem Kunden nicht sagen, dann existiert es nicht und sie sorgen sich nicht darum’. Das ist aber konträr zu guter Sicherheitsinformation."
Apple müsse aber die Situation im Auge behalten: Unternehmen verlassen sich nicht darauf, dass die Produkte frei von Sicherheitslücken sind, erwarten aber dass Apple Bedrohungen ernst nehme und seine Kunden rechtzeitig und umfassend informiere.
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