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EFF kritisiert Apple weiterhin für DRM

08.01.2009 | 17:40 Uhr |

Musik ohne DRM bei iTunes sei ein guter Schritt. Dennoch setze Apple immer noch viel restriktives Rechtemanagement ein. Es ginge um Kontrolle, nicht um Kopierschutz, so die Digital-Bürgerrechtler.

DRM Dumpster
Vergrößern DRM Dumpster

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) lobt Apple für den Schritt, Musik bei iTunes ohne DRM anzubieten, merkt aber an, dass das Unternehmen immer noch zahlreiche künstliche Beschränkungen in seinen Produkten verwende. In einem Blogeintrag begrüßt Richard Esguerra, dass digitale Musik nun "von den Fußfesseln des DRM befreit" sei. Dennoch kritisiert der Sprecher der EFF, Apple sei bei künstlichen Beschränkungen noch "an vorderster Front"

Monopol statt Sicherheit

DRM werde nicht dafür benutzt, um illegale Kopien zu verhindern. Vielmehr ginge es darum, legitime Konkurrenz auszusperren, Interoperabilität zu kappen und technische Monopole zu schaffen. Als Beispiel nennt Esguerra die Netzbindung des iPhone und die Sperre, mit der Apple verhindert, dass iPods mit anderer Software als iTunes funktioniert. Auch die technische Sperre von OS X gegen normale Intel-Rechner und die neuen Displayport-Anschlüsse mit HDCP seien pures DRM.

Auch im iTunes Store selbst gibt es immer noch DRM-geschützte Dateien. Hörbücher von Audible, TV-Sendungen und Filme seien immer noch mit DRM versehen. Der Großteil dieser Maßnahmen hätte mit Piraterie nichts zu tun, schreibt der Aktivist. Zudem sei die digitale Schutz auch bei Medien kontraproduktiv. Die legalen Medien würden durch die Einschränkungen wenier attraktiv als illegal heruntergeladene Alternativen. Die neusten Entwicklungen seien ein weiterer Schritt des Zusammenbruchs von DRM bei Musik. Gleichzeitig sei dies eine Erinnerung daran, dass Apple weiterhin an vorderster Front stehe, wenn es darum geht, die Konkurrenz mittels DRM an den Rand zu drängen und den Nutzern die Kontrolle aus der Hand zu reißen.

Teils zutreffende Kritik

Esguerras Ausführungen sind zwar zugespitzt, treffen in einigen Punkten jedoch einen wahren Kern. Die Bündelung von iPod und iTunes verhindert beispielsweise, dass Linux-Benutzer einen iPod auf legale Weise komfortabel nutzen können. iTunes gibt es nicht als Linux-Version und Drittanbieterlösungen, die Apples Schnittstellen nachgebaut haben, sieht das Unternehmen als illegal an und geht dagegen vor. Die betroffenen Nutzer können sich nur mit iTunes in einer Virtualisierung helfen.

Bei Filmen herrschen in der Tat noch ähnliche Einschränkungen wie zuvor bei der Musik. Nur Apples eigene Player sind in der Lage, die im iTunes Store gekauften Sendungen abzuspielen. Es ist nicht möglich, beispielsweise eine DVD daraus zu brennen. Richard Eguerra unterschlägt dabei allerdings, dass vor allem die Rechteinhaber, die Filmstudios und TV-Sender, auf solche Schutzbarrieren bestehen und diese in den Verträgen mit Apple festhalten. Um Musik ohne DRM anbieten zu können, musste Apple erst lange mit den Plattenfirmen verhandeln und Zugeständnisse bei der Preispolitik machen.

Blogeintrag: Electronic Frontier Foundation

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