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Tun sie's oder tun sie's nicht?

15.06.2007 | 12:57 Uhr |

Während sich die Get-a-Mac-Spots bei den meisten Mac- und Windows-Nutzern großer Beliebtheit erfreuen, bereitete ein Clip mehreren Betrachtern in Großbritannien offensichtlich Bauchschmerzen. Ganze 14 offizielle Klagen wurden bei der British Advertising Standards Authority (ASA) eingereicht. Grund: Die Werbung sei missverständlich und unverantwortlich.

Die 14 Klagen betreffen den Werbespot aus der Get-a-Mac-Serie, die unter anderem die Botschaft vermittelt, dass sich Apple-Rechner keine Viren einfangen und auch nicht abstürzen. So nehmen drei der Kläger Anstoss an der Szene "Restarting". Der PC-Darsteller stockt dreimal mitten im Satz und vermeldet dann sinngemäß: "Sorry, ich musste neustarten. Du weißt ja, wie das ist." Der Mac-Darsteller im blauen Hemd antwortet: "Nicht wirklich." Und der Schlipsträger friert schon wieder ein: "Ach was, Macs müssen nicht . . . . ".

Stürzen Macs nun ab oder nicht? Können sich die Pumas, Panther, Tiger und bald auch Leoparden dieser Welt Viren einfangen oder nicht? Diese Frage konnte die ASA auch nicht beantworten. Dafür fügte ihr Beitrag der Diskussion eine eher sprachwissenschaftliche Dimension hinzu. Der Mac-Darsteller hat - so die ASA - auf die Frage vom PC nicht "Nein", sondern "Nicht wirklich" geantwortet. Deshalb "impliziert der Spot, dass Macs im Vergleich zu PCs, die mit Windows laufen, seltener abstürzen; er impliziert nicht, dass Macs niemals abstürzen." Ähnlich wurde in Sachen Virenanfälligkeit argumentiert: "Macs, die nicht unter Windows laufen, ziehen weniger Viren auf sich als PCs, die unter Windows laufen, daraus resultiert, dass die Macs seltener abstürzen." Das Urteil lautet also: nicht schuldig "der Werbespot ist nicht misszuverstehen." Abschließend bemerkt die ASA noch ganz diplomatisch (sinngemäß zitiert): "Der Spot läuft sowieso nicht mehr und Apple will ihn auch nicht mehr zeigen, also wozu die ganze Aufregung."

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