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Twitter will personalisierte Werbung bringen

05.07.2013 | 10:58 Uhr |

"Wir experimentieren mit neuen Arten personalisierter Werbung": Einem aktuellen Blog-Beitrag auf der Twitter-Seite zufolge will der Kurznachrichtendienst künftig stärker auf nutzerfokussierte Werbung setzten.

Twitter hat bereits vor einem Jahr damit begonnen, in den Feeds seiner Nutzer gesponserte Beiträge zu zeigen oder andere Nutzer auf Grund eigener Aktivitäten zu empfehlen. Die Empfehlungen basieren dabei einerseits auf den Interessen des Nutzers innerhalb Twitters, andererseits hat Twitter inzwischen damit begonnen, seine Anwender auch außerhalb der Microblogging-Seite zu tracken.

Die personalisierte Werbung soll ab jetzt nach Vorstellungen von Twitter nicht nur auf den Tracking-Daten im Browser, sondern auch erweitert durch die Kunden-Datenbanken der Werbebetreibenden basieren. In seinem Blog erklärt Kevin Weil, der Produkt-Manager bei Twitter, wie die personalisierte Werbung funktioniert : Die Werbekunden liefern dem Dienst unlesbare (im Fachjargon auch als "hashed" bezeichnete) Abbildungen der Kunden-Mail-Adressen. Twitter gleicht diese Daten mit seinen Datenbanken ab und liefert die gebuchte Werbung nur an diejenigen Twitter-Nutzer, die auch in der Datenbank der Kunden vorkommen.

Nach Wunsch kann sich jeder auf eigener Twitter-Seite für solche Werbung abmelden. Dafür klickt man im Browser auf das kleine Zahnrad und wechselt in das Menü "Einstellungen". Ziemlich weit unten befindet sich eine Checkbox mit der Überschrift "Gesponserter Inhalt". Ist die Box abgewählt und die Einstellungen gespeichert, liefert Twitter keine personifizierte Werbung mehr. Diese Einstellung gilt fortan für alle Plattformen, sei es eine iOS-App oder einfach die Twitter-Webseite im Browser.

Die Box sollte man in den Twitter-Einstellungen abwählen. Dann sind die eigenen Daten vor dem Abgleich der Drittanbieter ausgeschlossen.
Vergrößern Die Box sollte man in den Twitter-Einstellungen abwählen. Dann sind die eigenen Daten vor dem Abgleich der Drittanbieter ausgeschlossen.

Aus der Datenschutz-Sicht ist der Abgleich der Nutzer-Daten zwischen Twitter und den Dritt-Anbietern noch bedenklicher, als seine Verfolgung quer durch die besuchten Seiten, wie es beispielsweise Google macht: Während die meisten aktuellen Browser genügend Mittel gegen solches Verhalten mitbringen, kann sich ein unwissender Twitter-Nutzer kaum dagegen wehren. Mehr noch: Für gewöhnlich stammen Nutzer-Profile meist nur aus einer Quelle. Gleicht ein großer Dienstleister aber seine Kunden-Datenbanken mit derjenigen von Twitter ab, könnten so vollständigere Nutzer-Profile entstehen.

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