1021363

Funky Ladies mit Typo im Sinn

13.07.2009 | 14:05 Uhr |

Wie sich ein Weltraum-Versuchskaninchen fühlt, warum sich Gemma O´Brien von Kopf bis Fuß beschriftet und dabei filmt, und was das Ganze mit Typografie zu tun hat - das war unter anderem auf der diesjährigen Typo-Konferenz in Berlin zu erfahren

Gemma O`Brian zeigt bei ihrem Berlinbesuch erneut die typografische Verschönerung ihres Körpers.
Vergrößern Gemma O`Brian zeigt bei ihrem Berlinbesuch erneut die typografische Verschönerung ihres Körpers.
© Fontshop

Um die Typo-Besucher auf das Thema Space einzustimmen, beschrieb die in Zürich geborene und in New York lebende Journalistin Esther Dyson ihre Abenteuer als "Backup" für einen Weltraumtouristen. Für etwa 40 Millionen US-Dollar können gut Betuchte ein Ticket für einen Flug mit einer sowjetischen Sojus-Rakete zur internationalen Weltraumstation erwerben. Zunächst muss der Tourist ein mehrmonatiges Trainingsprogramm absolvieren. Damit bei unvorhergesehenen Ereignissen der Platz nicht leer bleibt, bilden die Veranstalter parallel zum Touristen ein "Backup" aus. Neben auszehrenden Belastungstests müssen angehende Astronauten etwa sechs Monate in einer " Starcity " nahe Moskau in Quarantäne leben. Obwohl Esther Dyson nicht an dem Flug teilnehmen konnte, hat sie durch die Erfahrungen in Starcity einen guten Eindruck einer Space Mission bekommen. (Auch wenn der Vortrag nicht mehr als den Titel mit dem Motto der Typo-Veranstaltung gemein zu haben schien, die Besucher hat es wohl nicht abgeschreckt . Anm. d. Redaktion)

Typografie lebt - auf Gemma O´Brien

Ganz andere Räume erobert sich die australische Designerin Gemma O`Brien, die unter dem Künstlernamen Mrs. Eaves zur Internet-Berühmtheit wurde. Ihr in Youtube platzierter und in Stop-Motion-Manier ablaufender Film " Write Here Right Now " zeigt, wie sie sich über 48 Stunden am ganzen Körper mit Wort- und Buchstabenkombinationen bemalt. Das Video weckte das Interesse der Typo-Veranstalter, die 21-Jährige einzuladen. Die anfängliche Befürchtung, es handele sich bei dem Vortrag um eine typische Internet-Multiplikation unbedeutender Dinge, ließ sich nach einer ausführlichen Präsentation von O`Brien`s Arbeiten zerstreuen. In ihrer Präsentation beschreibt sie ihre Obsession mit Buchstaben und formuliert ihre Liebe zur Typografie. Besonders aufschlussreich für Europäer ist eine von ihr für die Typo-Konferenz zusammengestellte Filmdokumentation über die Typografieszene Australiens, die interessante Einblicke in unbekanntes "Down Under" gewährt.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1021363