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Typografie: Schriften klassifizieren

27.02.2008 | 14:22 Uhr |

Die in der westlichen Hemisphäre verwandten Computerzeichensätze basieren allesamt auf dem lateinischen Alphabet. Das Outfit von Schriften differiert jedoch teilweise extrem. Da sich die Anzahl der verfügbaren Computerschriften mittlerweile im sechsstelligen Bereich bewegt, hat der Anwender die Qual der Wahl: Welche Schrift ist dem Anlass angemessen?

Falsche und richtige Schriftwahl: Grunge-Typo ist bei Beerdigungsinstituten ebenso unpassend wie die spätmittelalterliche Textur bei dem Second-Hand-Laden. Die Gegenüberstellung zeigt, welche Irritationen unpassende Typografie erzeugen kann.
Vergrößern Falsche und richtige Schriftwahl: Grunge-Typo ist bei Beerdigungsinstituten ebenso unpassend wie die spätmittelalterliche Textur bei dem Second-Hand-Laden. Die Gegenüberstellung zeigt, welche Irritationen unpassende Typografie erzeugen kann.

Nicht jede Schrift eignet sich für jedes Umfeld gleich gut. Geht es beispielsweise um die Festlegung einer Grundschrift für eine größere Textmenge, reduziert sich die Schriftauswahl drastisch. Zum Zug kommen nach wie vor klassische Serifenschriften oder nüchterne Serifenlose. Unterscheidungsvermögen bezüglich gewisser Grundstile ist hier durchaus hilfreich. Im Buchsatz etwa bestimmen nach wie vor sogenannte Old-Style- oder Renaissance-Antiquas das Bild – Schriften wie etwa Garamond, Caslon oder Bembo. Bei Zeitschriften und Werbedrucksachen hat sich eine Art Arbeitsteilung ergeben: Während im anspruchsvollen Editorial Design, in Magazinen und Tageszeitungen weiterhin Serifenschriften dominieren, kommen bei technischen Themenumfeldern und bei der Aufbereitung von Informationen oft serifenlose Schriften zum Zug. Generell gilt: Je wichtiger der Text, desto mehr sollten designerische Eigenmerkmale in den Hintergrund treten. Im Bereich der Werbung, bei Trendprodukten und Schöngeistigem relativieren sich diese strikten Vorgaben. Zwar sollte auch bei Flyer-Texten, CD-Booklets oder Anzeigen-Infos die Schrift ohne größere Schwierigkeiten lesbar sein. Die Konventionen sind hier allerdings längst nicht so rigide. Komplett andere Regeln gelten dagegen im Bereich der Headline-Gestaltung. Denn Headlines sollen nicht Aufmerksamkeit vermeiden, sondern solche geradezu auf sich ziehen.

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