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UMTS-Auktion, Teil 4: Gebote über sieben Milliarden DM

04.08.2000 | 00:00 Uhr |

Nach anfänglicher Zurückhaltung der sieben Bieter gewinnt die Versteigerung der UMTS-Lizenzen allmählich an Dynamik. Das Ziel der Bundesregierung, mindestens 20 Milliarden Mark einzunehmen, erscheint nach wie vor realistisch.

Mit einem deutlich höheren Gebot der Mobilcom und
schnelleren Bietphasen ist in die UMTS-Auktion nach zögerlichem
Beginn am Donnerstag mehr Schwung gekommen. Die Höchstgebote für alle
Frequenzpakete kletterten nach der 49. Versteigerungsrunde auf 7,4
Milliarden DM. Damit wurde das Vortagesergebnis um mehr als zwei
Milliarden DM übertroffen. Mit einer kräftigen Aufstockung für zwei
Pakete (jeweils 801 Mio DM) setzte sich die Telefongesellschaft
Mobilcom am Nachmittag vorübergehend an die Spitze des Bieterfeldes.

Alle sieben Bewerber, darunter auch die vier deutschen
Mobilfunkbetreiber, befinden sich weiter im Rennen. Da die Gebote
nicht stark von einander abweichen, wandelt sich das Bild der
führenden Bieter von Runde zu Runde. Für zwei Frequenzpakete lagen
die Gebote zwischen 1,2 und 1,6 Milliarden DM, für drei zwischen 1,7
und 2,2 Milliarden DM. Insgesamt werden zwölf Frequenzblöcke (a fünf
Megahertz) versteigert. Mindestens zwei Pakete müssen, höchstens drei
dürfen ersteigert werden. Daraus ergibt sich die Zahl der UMTS-
Lizenzen von vier bis sechs.

Ein Ende der bislang größten Versteigerung in Deutschland ist
derzeit nicht absehbar. Die UMTS-Mobilfunklizenzen werden ab 2002 die
superschnelle Datenübertragung und Multimedia über das Handy
ermöglichen. Auch über die Höhe der Auktionserlöse herrscht
Unklarheit. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums wollte sich
zur laufenden Versteigerung nicht äußern. «Wir geben keine Prognosen
ab», sagte sie. Die Einnahmen aus der Versteigerung fließen komplett
in die Bundeskasse. Experten erwarten nach wie vor einen
zweistelligen Milliarden-Betrag.

Im Bundeshaushalt sind rund 20 Milliarden DM eingeplant. Wenige
Tage vor der UMTS-Auktion hatte das Deutsche Institut für
Wirtschaftsforschung vor übertriebenen Hoffnungen gewarnt. Diese
Summe könnte unter anderem wegen der geringeren Bieterzahl deutlich
unterschritten werden. Experten der WestLB Panmure erwarten auch nach
dem schleppenden Beginn der Auktion weiterhin Erlöse zwischen 70 und
80 Milliarden DM.
dpa

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