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UMTS-Gebote über 23 Milliarden DM

09.08.2000 | 00:00 Uhr |

Die neueste Wasserstandsmeldung aus Mainz: Nach 90 Auktionsrunden bieten die sieben Bewerber insgesamt 23,73 Milliarden Mark.

Im Poker um die begehrten UMTS-Mobilfunklizenzen ist
am Dienstag das Mindestziel von Bundesfinanzminister Hans Eichel
(SPD) übertroffen worden. Die Höchstgebote kletterten am Nachmittag
nach der 90. Auktionsrunde in Mainz auf 23,73 Milliarden DM. Eichel
hatte Erlöse von 20 Milliarden DM aus der Versteigerung eingeplant.
Das Überschreiten dieser Grenze eröffne Spielräume für weitere
Verkehrsinvestitionen des Bundes, sagte ein Sprecher des
Bundesfinanzministeriums. Die Gebote für die begehrten Lizenzen
werden nach Ansicht von Beobachtern in den nächsten Tagen weiter
steigen. Dabei werden Erlöse im hohen zweistelligen Milliardenbereich
erwartet.

Alle sieben Bieter befanden sich weiter im Rennen. Die
Telefongesellschaft Mobilcom bot als erster der Bewerber für einen
Frequenzblock zwei Milliarden DM. Eine Runde später legten andere
Unternehmen nach. Die Bieter müssen mindestens zwei Pakete
ersteigern, höchstens aber drei. An der Spitze der Bieter lag nach
der 90. Runde Mobilcom mit 5,9 Milliarden DM vor E-Plus/Hutchison mit
5,8 Milliarden DM für jeweils drei Frequenzpakete.

Je zehn Milliarden Mark höhere Versteigerungs-Einnahmen führten zu
Zinsersparnissen von rund 500 Millionen DM, hieß es im
Finanzministerium. Sie ständen für Infrastruktur-Investitionen, vor
allem im Bereich Verkehr, zur Verfügung, sagte der Sprecher. Die
Auktionserlöse selbst dienten im laufenden Jahr in voller Höhe dem
Abbau des Schuldenberges.

Eine UMTS-Lizenz (zwei Pakete) kostete rund vier Milliarden DM. Im
Vergleich zur Versteigerung in Großbritannien, die im April
umgerechnet etwa 75 Milliarden DM in die Staatskasse gespült hatte,
sind die vier bis sechs zu vergebenden Lizenzen in Deutschland aber
noch vergleichsweise billig. Die Telekom-Tochter One2One hatte in
Großbritannien mehr als zwölf Milliarden DM für eine UMTS-Lizenz
gezahlt.

Ein Ende der Versteigerung in Mainz war auch am siebten Tag nicht
abzusehen. Die Auktion gilt dann als beendet, wenn keiner der Bieter
in einer Runde für ein Frequenzpaket mehr bietet.
dpa

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