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UMTS-Geschäft nicht mehr so wichtig

13.02.2006 | 10:52 Uhr |

Telekommunikationsunternehmen räumen DSL weltweit höhere Marktchancen als UMTS ein

Das ist das Ergebnis des aktuellen Telco-Trends der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting. Befragt wurden 122 Fach- und Führungskräfte der Telekommunikationsbranche in Deutschland und in der Schweiz. UMTS gehört demnach nur noch für jedes siebte Telekommunikationsunternehmen zu den drei wichtigsten Übertragungstechnologien. Als Folge davon werden bisherige Geschäftsmodelle überprüft.

Vier von fünf Entscheidern sehen in Breitbandstandards, wie beispielsweise DSL, die weltweit größten Marktchancen. Knapp 60 Prozent setzen auf Mobilfunk, 30 Prozent auf WLAN. Ziel muss es den Analysten zufolge sein, die verschiedenen Technologien in einer Gesamtstrategie zu verbinden.

Festnetz behauptet sich

Selbst das mittlerweile als technisch überholt kritisierte Festnetz ist für die Branche wichtiger als das UMTS-Handynetz. 20 Prozent halten die Festnetztelefonie immer noch für eine der drei führenden Übertragungstechnologien. Angesichts der rasanten Entwicklung mit immer höheren Bandbreiten in der mobilen Datenübertragung setzt zudem ein strategisches Umdenken ein. Die Datenautobahn UMTS muss mit anderen Technologien, wie beispielsweise DSL, kompatibler werden. Bis Ende 2006 werden nämlich voraussichtlich 13 Millionen DSL-Zugänge geschaltet sein. Das entspricht einem Wachstum von 30 Prozent. UMTS hat aktuell nur 2,5 Millionen Nutzer.

Der Siegeszug von Voice over IP (VoIP) trägt ebenfalls dazu bei, dass UMTS-Geschäftsmodelle neu ausgerichtet werden müssen. Der klassische Mobilfunk bekommt besonders in Großstädten erhebliche Konkurrenz: "Die neue Handygeneration wird künftig IP-Telefonie unterstützen, mit der sich sowohl UMTS-Netze als auch Public-WLAN-Zugänge nutzen lassen", sagte Bernd Janke, Telekommunikationsexperte von Steria Mummert Consulting. Marktbeobachter erwarten davon fallende Preise im Festnetz, aber auch beim vergleichsweise teuren Mobilfunk: "Das wird auch die Preise für UMTS-Angebote erheblich drücken", so Janke.

In ihren ursprünglichen Prognosen wollten die Betreiber der UMTS-Netze noch 80 Prozent der Umsätze aus der Sprachtelefonie erwirtschaften. Angesichts des technischen Wandels gelten diese Annahmen inzwischen als Utopie. Die neuen Planungsansätze zielen nun auf ein Wachstum über Datendienste. Denn in diesem Bereich gibt es nach Einschätzung von Branchenexperten noch ein sehr großes Gewinnpotenzial. Die wichtigsten Übertragungstechniken für die Telekommunikationsbranche.

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