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UMTS: Kein Wettbewerbsvorteil durch Zahlungsverzug

05.09.2000 | 00:00 Uhr |

Bei VIAG Interkom ist die verspätete Zahlung
der UMTS-Lizenz-Gebühren durch die beiden D-Netzbetreiber auf
Unverständnis gestoßen. «Wir fordern eine gleiche Behandlung für alle
Teilnehmer an der Versteigerung der Mobilfunklizenzen», sagte der
Finanzchef des Unternehmens, Joachim Preisig, am Dienstag der dpa.

Als Ausgleich verlangte er entweder eine Zinsgutschrift für die
vier Wettbewerber, die die Beträge fristgerecht überwiesen hatten,
oder entsprechende Verzugszinsen für die beiden säumigen Zahler. Die
Zinsvorteile für Mannesmann Mobilfunk (D2) und T-Mobil (D1) durch die
verspätete Zahlung sollen bei insgesamt 13 Millionen DM liegen.

Beim Bundesfinanzministerium war noch keine Entscheidung über das
Vorgehen gefallen. Eine Sprecherin des Ministeriums bestätigte
lediglich, dass der Vorfall rechtlich geprüft werde. Die
Zahlungsfrist für die Überweisung von insgesamt knapp 100 Milliarden
DM durch die sechs Gewinner der UMTS-Mobilfunklizenz-Versteigerung
war am vergangenen Freitag abgelaufen. Der Präsident der
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter
Scheurle, hatte am Montag vor der Presse den verspäteten Eingang der
Zahlung bestätigt, wollte den Fall aber nicht zu hoch hängen.

Die Regulierungsbehörde müsse klar Stellung beziehen und eine
Entscheidung treffen, forderte dagegen Preisig von VIAG Interkom.
Während der gesamten UMTS-Versteigerung habe die Behörde stets darauf
geachtet, dass die Regeln eingehalten und die Auktion sauber zu Ende
geführt werde. VIAG Interkom habe sich daran gehalten. Es dürfe nicht
sein, dass am Schluss der Auktion solche «unschönen Geschichten
vorfallen und die Geschäftsethik kaputt gehe», betonte der
Geschäftsführer.
dpa

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