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UMTS-Milliardenpoker geht in die zweite Runde

01.08.2000 | 00:00 Uhr |

Nach den verhaltenen Angeboten des Vortages erwartet die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, dass die sieben Bieter ab heute tiefer in die Tasche greifen.

Beim Milliardenpoker um die UMTS-Mobilfunklizenzen
in Deutschland werden am Dienstag neue, höhere Gebote der Telekom-
Konzerne erwartet. Alle sieben Bieter sind nach dem Start am Montag
noch im Rennen. Der UMTS-Standard soll ab dem Jahr 2002 die
superschnelle Datenübertragung und Multimedia über das Handy möglich
machen soll.

Am Montag waren die Bewerber um die zukunftsträchtigen Lizenzen
mit zurückhaltenden Geboten eingestiegen. Für die vier bis sechs zu
vergebenden Lizenzen boten sie insgesamt rund 2,3 Milliarden DM. Mit
gut einer Milliarde DM für zwei Frequenzpakete hatte die
Telefongesellschaft Mobilcom mit ihrem Partner France Telecom das
höchste Gebot vorgelegt. Bereits zum Auftakt der Auktion
zeichnete sich ab, dass die beiden führenden deutschen
Mobilfunkbetreiber D1 (T-Mobil) und D2 (Mannesmann Mobilfunk/
Vodafone) drei Frequenzpakete ersteigern wollen.

Die Auktion in der Mainzer Niederlassung der Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post ist erst abgeschlossen, wenn keiner
der Bewerber in einer Auktionsrunde ein höheres Gebot vorlegt.
Experten rechnen mit einer längeren Dauer. Sie gehen ferner davon
aus, dass die Versteigerung dem Bund kaum jene 80 Milliarden DM
einbringen wird, die nach dem ernormen Preis bei der Auktion in
Großbritannien geschätzt wurden. Selbst der im Bundeshaushalt
veranschlagte Betrag von 20 Milliarden DM könnte eventuell nicht
erreicht werden.
dpa

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