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US-Behörden wollen WhatsApp-Verschlüsselung lockern

14.03.2016 | 15:33 Uhr |

Obwohl der Streit zwischen Apple und dem FBI um die Entsperrung des beschlagnahmten iPhones des San Bernardino-Terroristen noch nicht beigelegt ist, wollen die US-amerikanischen Behörden in Sachen Datenschutz ein klares Zeichen setzen. Nun soll auch die Verschlüsselung des Messenger WhatsApp gelockert werden.

Über eine Milliarde Menschen nutzen den Messenger-Dienst WhatsApp. Damit zählt WhatsApp zu einer der meist genutzten Apps. Seitdem Facebook den Messenger vor zwei Jahren für rund 19 Milliarden Dollar aufgekauft hat und zudem letztes Jahr eine Verschlüsselung zwischen den Nutzern einrichtete , entwickelt sich hier eine ähnliche Problematik, wie bereits im „ Apple vs. FBI “-Fall.
 
Nachdem eine richterliche Anordnung die Abhörmaßnahmen für den WhatsApp-Dienst in einem bestimmten Fall genehmigt hatte, konnten die Behörden auf Grund der Verschlüsselung nicht auf die gewünschten Nachrichten zugreifen. Da selbst Facebook nicht die Verschlüsselung umgehen kann und wollte, beriet in der vergangenen Woche das US-amerikanische Justizministerium, welche Maßnahmen für zukünftige Ermittlungen ergriffen werden müssten, berichtet die New York Times .
 
James B. Comey, Direktor des FBI, erklärte dem US-Kongress, dass eine starke Verschlüsselung einerseits „notwendig“ sei, wobei er gleichzeitig einräumte, dass diese „zweifellos internationale und schwerwiegende Folgen“ nach sich ziehen. Da ein gerichtlicher Prozess gegen WhatsApp aber zu großes Aufsehen erregen würde, erwarten Analysten vorerst noch keine öffentliche Auseinandersetzung. „Das wäre mit  einem nuklearen Angriff auf Silicon Valley vergleichbar“, erklärte der Analyst Chris Soghoian.

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