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US-CEOs beklagen schlechte Softwarequalität

21.05.2004 | 10:08 Uhr |

Chief Executive Officers (CEO) großer US-amerikanischer Konzerne wie Boeing, Coca-Cola oder General Motors kritisieren die Anbieter von Software.

Die Hersteller würden mangelhafte Produkte verkaufen, die anfällig für Angriffe von Hackern und für Endanwender nur umständlich und schwer zu bedienen sind. Die Kritik ist zwar nicht neu. Interessant ist allerdings, dass die Beschwerden über die Softwareanbieter diesmal von so genannten Blue-Chip-Unternehmen stammen.

Die Klagen machte der "Business Roundtable" publik, eine Industriegruppierung, in der sich Vorstandsvorsitzende von 150 der größten US-amerikanischen Unternehmen treffen. Ihre jetzt öffentlich gemachte Breitseite gegen die Softwarebranche dokumentiert den Ingrimm der Industriekapitäne darüber, dass Unternehmen ständig damit zu kämpfen haben, ihre Netze wegen störanfälliger Softwareprodukte abzusichern. Der Industrie entstünden durch die virenanfällige Software Jahr für Jahr mehr als eine Milliarde Dollar an Schäden.

Marian Hopkins, der als Direktor der Sicherheitsarbeitsgruppe des Business Roundtable fungiert, beschwerte sich darüber, dass die Softwarehersteller solcherlei Kritik stets nur auf die Endbenutzer abwälzten. Das "Wall Street Journal" zitiert Hopkins mit der Aufforderung: "Es ist Zeit, dass die IT-Ausrüster und -anbieter endlich selbst Verantwortung für ihre Produkte übernehmen."

Paul Kurtz, der früher im Weißen Haus für IT-Sicherheitsaspekte zuständig war, betonte, der Business Roundtable besitze in der Öffentlichkeit enromes Gewicht. "Das sind alt eingesessene Unternehmen. Und die stehen jetzt auf und beklagen die geringe Qualität von Software." Um in Zeiten des Internet sicher Geschäfte machen zu können, "müssen auch die Produkte der Softwareanbieter gut sein." Zudem seien Letztere in der Pflicht, den Anwendern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Hopkins verlangte, "dass die Softwareindustrie endlich Produkte herstellt, die leicht zu bedienen sind und bei denen Sicherheit ganz selbstverständlich mitgeliefert wird."

Genau hier melden sich die Technologieanbieter zu Wort und widersprechen vehement. Greg Garcia von der Industrievereinigung Information Technology Association of America sagte, jeder sei für seine Sicherheit selbst verantwortlich, wenn er sich im Internet bewege. Schließlich schließe man ja auch seine Haustür ab und schnalle sich vor dem Losfahren im Auto an. (jm)

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