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US-Musikindustrie erstreitet Schadensersatz

11.04.2002 | 11:14 Uhr |

Die US-Musikindustrie geht im Kampf gegen Raubkopien und Urheberrechtsverletzungen nun auch härter gegen Unternehmen vor. Der Branchenverband RIAA hat in zwei außergerichtlichen Einigungen Millionenbeträge von einem Technologieunternehmen sowie einem CD-Hersteller zugesichert bekommen. Beide Unternehmen sollen nach Angaben der Recording Industry Association of America vom Dienstag (Ortszeit) ihren Mitarbeitern das illegale Kopieren und Weitergeben urheberrechtlich geschützter Dateien erlaubt haben.

Die Technologie-Unternehmensberatung Integrated Imformation Systems (IIS) habe sich bereit erklärt, eine Million Dollar (1,13 Mio Euro) als Vergleichssumme zu zahlen, teilte die RIAA mit. In einer Überprüfung des unternehmenseigenen Netzwerks hatte der Verband nachgewiesen, dass die ISS den Tausch Copyright-geschützter MP3- Dateien durch ihre Mitarbeiter nicht verhindert habe. «Diese Maßnahme sendet eine klare Botschaft, dass Unternehmen, die ihre Infrastruktur für Urheberrechtsverstöße missbrauchen lassen, Konsequenzen zu fürchten haben», sagte Matt Oppenheim, Senior-Chef der RIAA.

Der CD-Hersteller DOCdate USA werde der RIAA zufolge ebenfalls außergerichtlich 3,2 Millionen Dollar zahlen. Im Werk der Firma seien neben dem normalen Geschäft illegal Dutzende von CDs mit geschützten Titeln hergestellt worden. Um solche Verstöße von Mitarbeitern zu vermeiden, wolle DOCdata künftig eng mit dem Musik-Verband zusammen arbeiten. Nach Ansicht von Branchenexperten könnten nun sowohl Unternehmen als auch Universitäten, die in ihren Netzwerken den Austausch urheberrechtlich geschützter Dateien durch einzelne Nutzer zulassen, unter stärkeren Druck der Industrie geraten. dpa

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