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US-Regierung: China rüstet für den Online-Krieg

01.06.2007 | 10:57 Uhr |

Ein Bericht des US-Verteidigungsministeriums behauptet, Chinas Armee rüste sich mit Erstschlag-fähigen Mitteln für den Cyber-Krieg aus. Dazu sollen auch Viren gehören, die feindliche Computer-Netzwerke angreifen.

US-Verteidigungsministerium
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Im Jahresbericht des Pentagons an den US-Kongress heißt es, die chinesische Volksbefreiungsarmee habe bereits im Jahr 2005 damit begonnen, sich für einen möglichen Online-Krieg zu rüsten. Sie habe Techniken und Software entwickelt, um feindliche Computer-Netzwerke auszuschalten und die eigenen vor solchen Angriffen zu schützen.

Der entsprechende Teil des Pentagon-Berichts ist recht kurz und bleibt eher vage. Der Schwerpunkt des Berichts liegt im Bereich der klassischen Militärtechnik. Die Verfasser gehen davon aus, dass Taiwan, das von der Volksrepublik China als abtrünnige Provinz angesehen wird, ein potenzielles Ziel eines Erstschlags (auch) in einem Cyber-Krieg sein könnte.

Noch vor zwei Jahren stellte der damalige Bericht des Pentagons fest, dass China sehr besorgt um seine Chancen in einem Online-Konflikt sei. War man damals noch auf die eigene Verteidigung fokussiert, soll Chinas Armee heute über die Mittel für einen Erstschlag verfügen. Wahrscheinlicher ist jedoch ein subtiler Einsatz solcher Mittel, der auf Informationsbeschaffung sowie Desinformation abzielt.

China greift dabei offenbar eine Idee seines 1976 verstorbenen Vordenkers Mao auf, der Theorien über einen "Volkskrieg" ersann. Das bedeutet heute, dass nicht unbedingt die reguläre Armee sondern ein Heer von dafür ausgebildeten Zivilisten einen Cyber-Krieg führen könnte. Ein erstes Beispiel gab es bereits 1999, als nach der Bombardierung der chinesischen Botschaft in Belgrad während des Balkankriegs eine Online-Schlacht zwischen chinesischen und US-Hackern ausbrach.

Das chinesische Außenministerium hat den Pentagon-Bericht zurück gewiesen, allerdings ohne auf Aspekte des Cyber-Kriegs einzugehen. China sei ein friedliebendes Land und die Annahmen über seine militärischen Fähigkeiten seien weit übertrieben. Chinas Verteidigungspolitik sei rein defensiv. ( PC-Welt /mja)

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