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US-Studie zeigt die gefährdetsten Orte für Internet-Kriminalität

14.02.2007 | 10:03 Uhr

Eine Untersuchung der kalifornischen Sicherheitsfirma ID Analytics Inc. hat herausgefunden, welches die Orte in den USA sind, an denen Konsumenten am wahrscheinlichsten Opfer von so genannte Identity-Theft-Delikten werden. Nicht ganz überraschend liegen Metropolen wie New York und Los Angeles an der Spitze der Internet-Kriminalitätsrate.

Die Studie zeigt, dass Bürger aus den Bundesstaaten New York und Kalifornien und hier insbesondere aus den beiden Millionenstädten besonders gefährdet sind, Ziele von Identity-Theft-Aktionen zu werden. Hierbei verschaffen sich Kriminelle private Daten der Opfer wie Kreditkartennummern etc., um sich damit zu bereichern. Ganz oben auf der Liste steht zudem der Bundesstaat Nevada. Zu den Top Ten gehören ferner die Bundesstaaten Arizona, Oregon und Washington. Sowie Illinois, Michigan und Texas.

Das Datenmaterial der Studie umfasste Delikte, die zwischen Januar 2003 und Juni 2006 passierten. Insgesamt haben die Verfasser der Studie über eine Millionen Datenvergehen ausgewertet.

Am wenigsten gefährdet, Opfer von Internet-Datenklau zu werden, sind nach den Erkenntnissen der Forscher aus San Diego Menschen aus den Staaten Wyoming, Idaho, Montana und die Neuengland-Staaten New Hampshire, Vermont and Massachusetts.

Die Studie von ID Analytics wurde zwei Wochen nach einer Untersuchung von Javelin Strategy & Research , einer Beratungsfirma aus Pleasanton, Kalifornien, veröffentlicht. Javelin Research hatte herausgefunden, dass Identity Theft in den USA im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von 49,3 Milliarden Dollar verursacht hat. Das sind 11,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Autoren der Javelin-Studie führen dieses Ergebnis auf eine erhöhte Wachsamkeit der Bürger zurück.

Städtische Regionen sind anfälliger für Datenklauaktivitäten im Internet. Stephen Coggeshall, Chief Technology Officer (CTO) bei ID Analytics und Autor der Studie, erklärt das mit der größeren Bevölkerungszahl. Diese mache es Kriminellen leichter, mit ihren Aktionen "den Radar zu unterfliegen".

Die Studie weist zudem nach, dass Opfer von Datenklaudelikten vor allem Personen mit entweder hohem oder niedrigem Einkommen werden. Menschen, die 150.000 Dollar Jahresgehalt oder mehr beziehen, gehören nach der Untersuchung zu den gefährdetsten Zielpersonen für Identitätsklau. Bezieher mittlerer Einkommen scheinen danach weniger gefährdet zu sein. Coggeshall kommentiert dieses möglicherweise erstaunliche Ergebnis mit der Hoffnung, das Resultat könne vielleicht lokal begrenzte Zentren des Internetbetrugs erklären, wie sie beispielsweise in New York auftreten.

Ein Spezifikum der Studie von ID Analytics ist, dass sie nicht nur ungefähre Ergebnisse von geografischen Großräumen bietet, sondern sehr detailliert bis auf Stadtteilebene Erkenntnisse sammelt.

Zehn bis 15 Prozent der untersuchten Delikte resultierten aus Identitätsklau von real existierenden persönlichen Daten. Daneben umfasst ID-Theft aber auch solche Delikte, in denen Täter sich Identitäten ausdenken, um mit diesen dann kriminelle Delikte zu begehen. Auch solche Vergehen sind in die Studie aufgenommen. (jm)

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