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US-Verteidigungsministerium empfiehlt Open Source

13.07.2006 | 09:39 Uhr

Ein interner Report spricht sich für offene Standards und Methoden der Open-Source-Entwicklung aus.

Das Büro für "Advanced Systems and Concepts" (AS&C) im US-amerikanischen Verteidigungsministerium (Department of Defence, DoD) empfiehlt in einem Report eine neue IT-Strategie mit dem Titel "Open Technology Development" (OTD). Sie umfasst die Nutzung von Open-Source-Methoden und offenen Standards bei der internen Softwareentwicklung. Durch Kooperation und Code-Sharing ließen sich interne IT-Ressourcen effizienter als bisher nutzen.

"Gegenwärtig gibt es im DoD weder eine Politik noch Mechanismen zur internen Verteilung von im Verteidigungsministerium entwickelter oder gekaufter Software", zitiert der Nachrichtendienst "Computergram" aus dem 79-seitigen Report. "Durch die Verhinderung einer internen Softwareverteilung schafft das DoD selbst einen Mangel an Software, der die Entwicklungs- und Instandhaltungskosten für Informationstechnik im Ministerium in die Höhe treibt." Außerdem kritisiert der Bericht die "Bindung an obsolete proprietäre Technologie", die Unfähigkeit, die einen Kapazitäten in kurzer Zeit zu mobilisieren und "zähnefletschende Interoperabilität".

Der AS&C-Report schlägt die Schaffung einer OTD-Lizenz vor, die aus Gründen der Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Software den Austausch von Sourcecode auf den IT-Bereich des Verteidigungsministeriums beschränkt. Allerdings wird auch das Code-Sharing mit anderen Ministerien erwogen. Offenbar ist den Autoren bewusst, dass solche Restriktionen in Widerspruch zu den meisten Open-Source-Lizenzen stehen. Sie empfehlen daher nicht direkt die Verwendung von quelloffenen Programmen, sondern sprechen sich nur vage dafür aus, bestehenden Open-Source-Code zu verwenden, wo es möglich ist.

Das AS&C-Büro möchte Open-Source-Methodik und offene Standards in der internen IT-Entwicklung in drei Schritten durchführen. Damit wurde anscheinend schon begonnen, denn Phase 1 für die Entwicklung von Policies, Vorgehensweisen, Anforderungen und Best Practices ist auf das erste Halbjahr 2006 terminiert. In der zweiten Hälfte dieses Jahres geht es in der Phase 2 darum, Richtlinien für die Softwarezulassung aufzustellen und eine Detailstudie für den Übergang zu OTD anzufertigen. Mit der Phase 3 beginnt 2007 die Verankerung von OTD in größeren Entwicklungsprojekten und beim Kauf von Programmen sowie die Kooperation mit den IT-Abteilungen anderer Ministerien. (Ludger Schmitz/mje)

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