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US-Wettbewerbsbehörde genehmigt HP-Compaq-Fusion

07.03.2002 | 13:05 Uhr |

Die amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trade Commission) hat den geplanten Zusammenschluss der beiden amerikanischen Computerkonzerne Hewlett-Packard und Compaq Computer ohne Auflage genehmigt.

Gleichzeitig empfahl die Beratungsfirma Institutional Shareholders Services (ISS) auch den Compaq-Aktionären die Annahme der Transaktion. Dies hat Compaq am Mittwoch nach Börsenschluss mitgeteilt. ISS hatte zuvor den HP-Aktionären empfohlen, für die Fusion zu stimmen.

Mit der einstimmigen Zustimmung der fünf Mitglieder zählenden FTC ist die letzte kartellrechtliche Hürde für die Übernahme von Compaq Computer durch Hewlett-Packard überwunden. Brüssel hatte bereits grünes Licht gegeben. Die Transaktion hat nach derzeitigen Aktienkursen einen Wert von rund 22 Milliarden Dollar (25,3 Mrd Euro).

"Die FTC-Genehmigung ist eine weiterer wichtiger Schritt, um die Fusion zu realisieren", erklärte Compaq-Chef Michael Capellas. Der Zusammenschluss werde ein Weltklasse-Technologieunternehmen entstehen lassen, von dem letztlich Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter profitieren würden, betonte er. Die Transaktion sei im besten Interesse der institutionellen Compaq-Aktionäre, erklärte ISS. Es handelt sich um eine Beratungsfirma, die Großaktionären wie Investmentfonds jährlich Empfehlungen macht, wie sie auf mehr als 8500 Hauptversammlungen abstimmen sollen.

Mit der FTC-Entscheidung und der ISS-Empfehlung an die Compaq-Aktionäre sind die Chancen für eine Annahme der Fusion auf den außerordentlichen Hauptversammlungen gestiegen. Die HP-Aktionäre stimmen am 19. März ab, und die Compaq-Anteilseigner einen Tag später.

Allerdings geht der Kampf um die Fusion unvermindert weiter und der Ausgang ist noch keineswegs sicher. Walter Hewlett, der Sohn eines der beiden Firmengründer, sowie die Familienstiftungen der HP-Gründerfamilien Hewlett und Packard wollen gegen die Transaktion stimmen. Sie kontrollieren 18 Prozent der HP-Aktien. Sie argumentieren weiter in ganzseitigen Zeitungsanzeigen und in Treffen mit Großaktionären gegen den Zusammenschluss. HP und Compaq tun dies ebenfalls, wobei sich beide Seiten heftige Vorwürfe machen.

Die ISS-Kunden halten 23 Prozent der HP-Aktien, doch ist nicht sicher, wieviele davon für die Transaktion stimmen werden. Bisher haben nur wenige andere Großaktionäre mitgeteilt, ob sie für oder gegen die Fusion sind und wie sie abstimmen wollen.

Die Compaq-Aktien legten am Mittwoch um 40 Cents auf 10,98 Dollar zu. Die HP-Aktien fielen um 0,42 Cents auf 20,18 Dollar. dpa

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