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USB 3.0: Der neue Standard mit SuperSpeed

03.12.2007 | 15:46 Uhr |

Gemeinsam und in Hochgeschwindigkeit wollen sie die Entwicklung der USB-Schnittstelle in Version 3.0 vorantreiben: Aus "Hi-Speed" soll "SuperSpeed" werden. Bereits Mitte nächsten Jahres soll der Standard feststehen, über den sich Daten mit bis zu 5 Gigabit pro Sekunde übertragen lassen.

Innerhalb des UIF-Konsortiums (USB Implementers Forum) hat sich eine Gruppe von Firmen zusammengefunden, zu der unter anderem Intel gehört - der Chip-Hersteller dürfte dafür sorgen, dass sich die abwärtskompatiblen USB 3.0-Ports in absehbarer Zeit auch in Macs finden. Auf Dauer könnte die neue Schnittstelle gar das Ende von FireWire bedeuten.

Viel mehr als eine Absichtserklärung ist es noch nicht, was eine Reihe von Mitgliedern des 1995 gegründeten USB Implementers Forum letzte Woche in eine Pressemitteilung packten: Sie wollen möglichst bald einen Standard verabschieden und haben sich zusammengetan, um neue Hardware-Hersteller für ihre Sache zu gewinnen. Zu den Unterstützern der ersten ersten Stunde gehören HP, Microsoft, NEC, NXP Semiconductors, Texas Instruments und Intel - der Prozessorhersteller und Apple-Zulieferer hat bereits im September auf dem Intel Developer Forum (IDF) einen ersten USB 3-Prototypen vorgestellt. Digitale Medien sind allgegenwärtig und die Dateigrößen (insbesondere im Videobereich) wachsen inzwischen über 25 Gigabyte hinaus - so begründen die USB 3.0 Contributors , dass ein neuer USB-Standard dringend benötigt werde. In der Tat ist die aktuelle USB 2.0-Schnittstelle in die Jahre gekommen: Die Spezifikationen stammen bereits aus dem Jahr 2000, die ersten Geräte kamen 2002 auf den Markt. In der Kritik stehen neben der maximalen Übertragungsrate von 480 Megabit pro Sekunde vor allem die Stromversorgung, die 500 mA Leistung nicht übersteigen darf, und die hohe CPU-Last, die durch USB-Verbindungen entsteht. Ob diese Probleme allerdings mit USB 3.0 angegangen werden oder vielleicht bereits gelöst sind, geht aus der aktuellen Ankündigung nicht hervor. Auch ist nicht bekannt, ob mit dem neuen Standard die maximale Länge einer USB-Kabelverbindung wachsen wird und wie viele Geräte sich pro Kanal anschließen lassen. Bereits im September stellte Patrick P. Gelsinger auf dem IDF einen USB 3.0-Prototypen vor: Datenverbindungen mit über 5 Gigabit pro Sekunde sind das erklärte Ziel der Entwickler, das ging damals bereits aus den Ausführungen von Intels Vice President hervor. Damit die neue Schnittstelle zu aktuellen Peripheriegeräten kompatibel bleibt, wird der Stecker sich äußerlich nur wenig von den bekannten USB 2.0-Modellen unterscheiden. Um die höheren Übertragungsgeschwindigkeiten zu erreichen, kommt allerdings ein Glasfaserkabel hinzu, das Daten auf optischem Weg zwischen Computer und Peripherie austauscht. Zum Vergleich: Der USB-Konkurrent eSATA überträgt Daten mit 3 Gigabit pro Sekunde. In Zukunft könnten sich zwei Schnittstellen um den Einzug in Computer und Peripheriegeräte streiten, folgert Ars Technica : eSATA und USB 3.0 - FireWire würde in diesem Szenario in Zukunft keine Rolle mehr spielen. Zwar liegen die Spezifikationen für den Standard der nächsten Generation mit Namen IEEE 1394c-2006 seit Juni 2007 vor, allerdings sind bislang noch keine IEEE 1394c-Geräte auf dem Markt: Hardwarehersteller scheinen sich nicht für die Technik zu interessieren, die Gigabit-Ethernet und die RJ45-Schnittstelle kombiniert. USB 3.0 hat mit Intel und Microsoft bereits mächtige Partner auf seiner Seite. Diese versprechen, den Leistungshunger der Schnittstelle zu beschränken und die Effizienz des Protokolls zu steigern. Im Januar 2008 wollen sich die Mitglieder USB Implementers Forum in Las Vegas treffen und über die Zukunft der Schnittstelle beraten, bereits im Sommer des kommenden Jahres soll der Standard verabschiedet sein. Damit, so die Einschätzung Intels , können bereits 2009 die ersten USB 3.0-Geräte auf den Markt kommen. Wenn der Chip-Hersteller sie schnell in die eigenen Mainboards und Chipsätze integriert, dürfte sich der USB 3.0-Port insbesondere auf Grund seiner Abwärtskompatibilität schnell durchsetzen: Schließlich lassen sich alle Geräte, die ein Anwender bereits zu Hause hat, weiterhin anschließen.

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