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Kingston Datatraveler 300

31.08.2009 | 16:06 Uhr |

Weltrekord: Der Kingston Datatraveler 300 speichert unglaubliche 256 GB. Der Test prüft, wie schnell der Monster-Stick arbeitet, und ob er sein Geld wert ist.

USB-Stick Kingston Datatraveler 300 mit 256 GB im Test
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Der USB-Stick Datatraveler 300 von Kingston ist trotz seiner spektakulären Kapazität von 256 Gigabyte erstaunlich leicht und kompakt. Das Speichermonster bringt nur 19 Gramm auf die Waage und ist mit 71 x 23 x 19 Millimetern nur etwas höher als ein typischer Speicher-Stick. Damit lässt sich der Kingston-USB-Stick auch bequem am Halsband tragen. Unter HFS plus formatiert zeigt der Stick 238,57 freie Gigabyte an. Damit fasst der wahlweise 54 DVDs, 365 CDs, 50.000 MP3-Musikstücke oder knapp 40 Installationen von Mac-OS X 10.6 Snow Leopard.

Kingston USB-Stick Datatraveler 300 im Vergleich mit dem 128-GB-Stick von Corsair
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Die Flash-Speicherchips und den USB-2.0-Highspeed-Controller hat Kingston in ein stoßfestes Gehäuse aus Hartplastik gehüllt. Die USB-Schnittstelle lässt sich über einen Riegel ein und ausfahren. So ist der Stecker gut gehütet und Kingston spart sich eine Schutzkappe.

Der Lieferumfang des Datatraveler 300 ist bescheiden: Auf dem USB-Stick befindet sich lediglich das Tool "Password Traveler", mit dem man Passwort-geschütze Bereiche einrichtet. Die Software arbeitet aber nur unter Windows.

Nur auf Bestellung

Den Kingston Datatraveler 300 gibt es nicht einfach so zu kaufen. Man muss ihn im Einzel- oder Online-Versandhandel bestellen - Kingston fertigt das Gerät dann individuell an. Warum der Hersteller den Datatraveler 300 nur "handgeschnitzt" anbietet, leuchtet bei dem stolzen Preis ein: Rund 730 Euro kostet der größte USB-Stick der Welt. Damit kassiert Kingston pro Gigabyte saftige 3,10 Euro. Zum Vergleich: Die 32-Gigabyte-Variante bekommt man schon für 45 Cent pro Gigabyte. Dafür spendiert Kingston dem Datatraveler 300 eine erweiterte Herstellergarantie von fünf Jahren inklusive eines technischen Supports rund um die Uhr.

Tempo

Anders als die Festplatten-Schnittstelle SATA ist die USB-2.0-Verbindung nicht für hohe Datenraten ausgelegt. Theoretisch ist bei 60 Megabyte pro Sekunde Ende der Fahnenstange, in der Praxis kommen High-Speed-Geräte aber kaum über 30 Megabyte pro Sekunde heraus.

Kingston USB-Stick Datatraveler 300 mit ausgefahrenem USB-Stecker
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Der Kingston Datatraveler 300 bleibt im Macwelt Testcenter zumindest bei Schreibzugriffen deutlich unter den möglichen Praxiswerten. Hier erreicht der USB-Speicher etwa 10 bis 15 Megabyte pro Sekunde. Beim Lesen messen wir hingegen gut 30 Megabyte pro Sekunde.

Als Mac-OS-X-Bootmedium zeigt sich der Stick ungeeignet. Immer wieder legt der Speicher sekundenlange Pausen ein, was den Bootvorgang zu einer Geduldsprobe werden lässt.

Unser Testprogramm Howfast zeigt die Schwächen bei Schreibzugriffen. Hier sinkt die Datenrate auf unter 15 MB/s
Vergrößern Unser Testprogramm Howfast zeigt die Schwächen bei Schreibzugriffen. Hier sinkt die Datenrate auf unter 15 MB/s

Zugriffszeiten

Der Kingston Datatraveler 300 kommt im Test auf eine durchschnittliche Zugriffszeit von etwa 2,5 Millisekunden. Allerdings legt der Stick immer mal wieder längere Pausen ein. Manchmal misst unsere Testsoftware Zugriffszeiten von über 40 Millisekunden - das ist jedoch nicht einwandfrei reproduzierbar. Hier gibt es offensichtlich Timing-Probleme, die in der Praxis zu den schon beschriebenen langen Wartezeiten beim Booten von Mac-OS X direkt vom Stick führen.

Empfehlung

54 DVDs in einem 19 Gramm leichten Behälter von der Größe eines Einweg-Feuerzeugs um den Hals tragen zu können - das macht den Kingston Datatraveler 300 einmalig. Ob dieser außergewöhnliche Luxus über 700 Euro wert ist - darüber lässt sich streiten. Von der Geschwindigkeit her kann der Stick jedoch nicht überzeugen. Als Bootmedium für Mac-OS X eignet er sich wegen immer mal wieder vorkommenden sekundenlangen Zwangspausen nicht.

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