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USB-WLAN-Sticks boomen

25.04.2005 | 10:46 Uhr |

Sie sind etwa so groß wie ein Daumen und verbinden Computer drahtlos miteinander. Und was viel wichtiger ist: USB-WLAN-Adapter werden einfach nur in eine freie USB-Schnittstelle des Rechner gesteckt.

Anders als bei den PCI-Steckkarten, die es für WLAN ebenfalls gibt, muss der Rechner nicht aufgeschraubt werden. Auch wer ein älteres Notebook ohne WLAN besitzt, kann von der USB-Variante profitieren.

«Es gibt einen klaren Trend zum USB-WLAN-Stick», sagt David Lue, Business-Manager bei Acer in Ahrensburg (Schleswig-Holstein). USB-WLAN-Adapter werden teilweise mit einem Verlängerungskabel ausgeliefert. Das macht es dem Anwender möglich, den Adapter so aufzustellen, dass er optimalen Empfang hat. «Das kann man aber mit jeder beliebigen USB-Verlängerung machen», sagt Lue.

USB-WLAN-Adapter gibt es in den USB-Standards 1.1 und 2.0, die sich vor allem in der Geschwindigkeit der Datenübertragung unterscheiden: Eine 1.1-USB-Schnittstelle lässt maximal 12 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) durch, das genügt für den WLAN-Standard mit 11 Mbit/s. Wer ein schnelleres Funknetzwerk besitzt, greift daher besser gleich zu den aktuellen USB-2.0-WLAN-Adaptern, die bis zu 480 Mbit/s transportieren können.

Von den Funktionen her gebe es zwischen den Adaptern und den Karten kaum Unterschiede, erklärt Ernst Ahlers von der in Hannover erscheinenden Computerzeitschrift «c't». Mitunter seien die Antennen der Sticks etwas weniger empfangsstark. Die Konfiguration unter Windows XP bereitet in der Regel keine Probleme.

Anwender anderer Betriebssysteme haben es mit den Funkstöpseln schwerer: Für Linux oder Mac OS zum Beispiel gibt es laut Ahlers bisher kaum Treiber.

Besonders teuer sind die USB-2.0-WLAN-Adapter nicht. Die Preise starten bei rund 30 Euro. Günstiger sind No-Name-Produkte, die aber nicht zwangsläufig schlechter arbeiten als die Konkurrenten von den Markenherstellern. Karsten Kunert, Pressesprecher bei Netgear in München, rät Verbrauchern dennoch, ein Markengerät zu erstehen. «Bei Markenherstellern gibt es einen Support, und man kann sich sicher sein, dass auch in zwei Jahren noch aktualisierte Treiber für das Gerät angeboten werden.» Hinzu komme, dass der Käufer eher auch ein Upgrade der Software erwarten kann, wenn es zum Beispiel um einen neuen Verschlüsselungsstandard geht. So gilt auch für die Verwendung der USB-2.0-WLAN-Adapter: Niemals ohne Verschlüsselung funken. In kleineren Funknetzwerken üblich ist die Authentifizierung über das Verfahren WPA-PSK. Das sollte der Stick auch unterstützen. Zur Verschlüsselung selbst wird der Advanced Encryption Standard (AES) genutzt.

Die meisten Besitzer neuerer Notebooks können mit einem USB-WLAN-Stick eher nichts anfangen - da diese mobilen Rechner in der Regel mit der Intel-WLAN-Technologie Centrino ausgestattet sind. «USB-WLAN-Sticks sind vor allem für Besitzer von Desktop-PCs geeignet, die ihren Rechner nicht mit einer WLAN-Karte ausrüsten wollen und können», erklärt Ernst Ahlers von der «c't».

Das ändert sich vielleicht bald: Acer plant David Lue zufolge die Einführung eines USB-WLAN-Adapters, der selbstständig einen Hotspot findet. «Dazu muss nicht einmal das Notebook eingeschaltet werden», erklärt Lue. Das Gerät soll im Mai oder Juni in den Handel kommen. (dpa)

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