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Übernahmeschlacht

02.03.2000 | 00:00 Uhr |

Außer dem bisher in den Medien schon
genannten Softwarehersteller SAP bietet nach einem Bericht der
"Financial Times Deutschland" auch die Deutsche Telekom beim Kauf des
debis-Systemhauses mit.

Ein Sprecher der Bonner Telekom sagte am Donnerstag der dpa: "Zu
Gerüchten nehmen wir grundsätzlich keine Stellung." Ebenso hatte sich
SAP Anfang der Woche geäußert.

Die Beschäftigten des debis-Systemhauses (Stuttgart) fühlen sich
nach den Worten der Deutschen Angestellten Gewerkschaft (DAG)
«verkauft». Ein Sprecher der Gewerkschaft meinte, die Belegschaft sei
verärgert, weil ein profitables Unternehmen aus dem DaimlerChrysler-
Konzernverbund herausgelöst werden soll. Die erwirtschaftete Rendite
erfülle die Vorgabe von DaimlerChrysler, sagte die Gewerkschaft. Die
Planzahlen seien sogar um 34 Prozent übertroffen worden.

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp hatte am Montag in Stuttgart
angekündigt, dass eine Entscheidung zum debis-Systemhaus innerhalb
der nächsten vier Wochen fallen dürfte. Nach dem Bericht der "FTD"
(Donnerstagausgabe) sind Telekom und SAP offenbar bereit, das gesamte
Systemhaus zunächst zu übernehmen. Der Software-Konzern wolle
diejenigen Geschäftsfelder wieder abstoßen, die nicht in seine
Internet-Strategie passten, schreibt das Hamburger Blatt. Die
Deutsche Telekom hingegen sei bereit, das Systemhaus mit der gesamten
Belegschaft und den vorhandenen Strukturen zu übernehmen und auf
tiefe Einschnitte zu verzichten. debis-Chef Klaus Mangold soll nach
Angaben des Blattes «eine Position in der Chefetage» des geplanten
Internet-Einkaufsverbundes von DaimlerChrysler, Ford und General
Motors übernehmen.

Das debis-Systemhaus ist nach eigenen Angaben der größte
Hersteller unabhängiger Dienstleister für Informationstechnik in
Europa und Marktführer in Deutschland. Das Unternehmen machte im Jahr
1999 einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro (5,67 Mrd DM). Dies
entspricht einer Steigerung von 30 Prozent.
dpa

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