Von Patrick Woods - 18.01.2012, 14:45

Ultrabook-Urahn

Macbook Air: Die Mutter aller Ultrabooks wird vier

Auf der CES, der Messe für Unterhaltungselektronik, waren so genannte Ultrabooks in diesem Jahr der große Hardwaretrend. Apple hat diese Kategorie vor genau vier Jahren mit dem Macbook Air erfunden.
Der Zaubertrick, mit dem Steve Jobs die neue Laptopkategorie 2008 der Öffentlichkeit präsentiert, ist auch heute noch gut in Erinnerung: Er zog das Macbook Air aus einem DIN-A4-Briefumschlag. Kein DVD-Laufwerk, nur ein einziger USB-Anschluss plus Monitor- und Audioausgang, vergleichsweise wenig Rechenleistung und keinerlei Möglichkeiten, nachträglich aufzurüsten. Das Macbook Air wurde zu seinem Start von vielen Experten und Herstellern belächelt.
Heute, vier Jahre später, sieht der größte Wachstumsmarkt für Laptops laut zahlreicher PC-Herstellern so aus: ein Bildschirm mit 13,3 Zoll Diagonale, kein optisches Laufwerk, möglichst flach und zu einem großen Teil aus Aluminium gefertigt. Schnell aus dem Ruhezustand aufwachen sollten diese modernen Laptops zudem auch. Chiphersteller Intel hat sich dafür den Begriff "Ultrabooks" schützen lassen. Intel unterstützt PC-Hersteller mit 300 Millionen US-Dollar bei der Entwicklung neuer Designs und Techniken in diesem Bereich. Das Unternehmen sieht diese Sparte als einen der wichtigsten Zukunftsmärkte.

Nach Kritik kommt Nachahmung

2008 sahen die Reaktionen auf das Macbook Air überwiegend ganz anders aus. Es sei kein vollwertiger Computer (schlecht für Power-Nutzer) und zu teuer (schlecht für Gelegenheitsnutzer). Andere hingegen sind gerade von der neuartigen und extrem flachen Form begeistert. Ein Computer, der in jede Aktentasche passt und eine Laptoptasche überflüssig macht. Für Geschäftsreisende, die hin und wieder eine Präsentation halten, unterwegs Memos schreiben oder Tabellen aktualisieren – oder als Zweitrechner – ist das Air völlig ausreichend.
Jetzt, wo sich immer mehr Hersteller in diesem Markt engagieren, profitiert besonders Apple vom Ultrabook-Hype. Die Verkäufe des Macbook Air sollen sich in den letzten Monaten verdreifacht haben. Von Netbooks, den kleinen günstigen und oft ebenfalls eher dünn ausgestatteten Laptops, hielt Apple hingegen nie etwas: "Wir wissen nicht, wie man einen 500-Dollar-Computer bauen soll, der kein Stück Schrott ist", wurde Steve Jobs einst zitiert. Wer seinen Laptop auch tatsächlich überwiegend als mobilen Rechner benutzt, der ist für Apples Ansatz dankbar. Bei Tastatur und Bildschirm müssen anspruchsvolle Nutzer keine Kompromisse eingehen – anders als bei vielen Netbooks dieser Zeit.

Vorbild Air

Das Macbook Air ist zudem der erste Mac, den Apple mit dem aufwändigen Unibody-Verfahren hergestellt hat, bei dem die Gehäuseteile aus Alublöcken gefräst werden. Dadurch sind die Gehäuseschalen flach, dünnwandig und dennoch verwindungssteif. Apple kaufte neue Produktionsmaschinen für das neue Macbook und dessen Fertigungsverfahren. Dieses Verfahren ist inzwischen die Basis aller Macbook-Modelle und sogar die des Mac Mini. Intel entwickelte extra für das erste Macbook Air eine eigene Variante des Core2Duo-Prozessors, die kleiner als übliche Bauformen ist. Dieser Aufwand schlägt sich im Preis des Ur-Air nieder: mindestens 1.700 Euro müssen die ersten Käufer zahlen.
In diesem Jahr sollen rund 70 neue Ultrabooks auf dem Markt kommen und auch Intel-Konkurrent AMD will in diesem Markt mitmischen. Asus bringt mit dem Aspire S5 das erste Notebook heraus, das nicht von Apple stammt und die Thunderbolt-Schnittstelle nutzt.
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