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Umsatzkorrektur bei Intershop

26.03.2001 | 00:00 Uhr |

Die Jenaer Intershop AG ist am Montag nach Vorlage
einer gesenkten Umsatzprognose an der Börse weiter abgestürzt. Die
Papiere des einstigen Börsenstars fielen um zeitweise bis zu 20
Prozent auf 3,40 Euro. Das auf e-Commerce spezialisierte Softwarehaus
erwartet im ersten Quartal statt 30,2 Millionen Euro (59 Mio DM)
Umsatz nur noch 18 bis 20 Millionen Euro. Vor dem dramatischen
Einbruch zu Jahresbeginn hatte der Kurs bei über 30 Euro gelegen.

«Wir glauben, dass wir das Schlimmste hinter uns haben und sind
zuversichtlich, im Verlauf des Jahres zur Profitabilität
zurückzukehren», sagte Finanzvorstand Wilfried Beeck. Die 1992 in
Jena gegründete Intershop AG galt lange als eines der
Aushängeschilder der deutschen Internet-Wirtschaft.

Im ersten Quartal würden die Ergebnisse von Intershop nach wie vor
von der konjunkturellen Schwäche und längeren Vertriebszyklen vor
allem in den USA und Asien geprägt. Das operative Ergebnis soll sich
durch Kosteneinsparungen etwa auf dem Verlust-Niveau des vierten
Quartals 2000 von 33,4 Millionen Euro bewegen, heißt es in der
Pflichtmitteilung des Unternehmens.

«Unsere Situation in Nordamerika bleibt schwierig», sagte
Firmengründer und Vorstandschef Stephan Schambach. Er hatte nach dem
Debakel im vierten Quartal, das vor allem mit der Investitions-
Zurückhaltung von US-Kunden begründet worden war, die Verantwortung
für das operative Geschäft an Finanzvorstand Beeck übertragen. Der
Vorstandschef, der auf der CeBIT neue branchenorientierte
Softwarelösungen vorstellte, will sich verstärkt um Strategie und
Partnerschaften kümmern.
dpa

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