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Umsatzwarnung: Auch Intel hat Probleme

08.12.2000 | 00:00 Uhr |

Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel Corp.
rechnet wegen des schwachen Marktes für Personalcomputer im vierten
Quartal 2000 mit einen deutlich niedrigeren Umsatz als bisher
erwartet.

Intel machte dafür die weltweite Konjunkturabkühlung
verantwortlich, die die Nachfrage nach Personalcomputern schrumpfen
ließ. Dies habe zu großen Auftragsstreichungen geführt, erklärte das
US-Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss in New York.

Wegen des Weihnachtsgeschäfts der PC-Hersteller ist das vierte
Quartal üblicherweise auch für Intel sehr umsatzstark. Intel ist aber
offensichtlich von den Geschäftsproblemen bei Apple Computer,
Gateway, Dell Computer und Micron Electronics in Mitleidenschaft
gezogen worden. Das kalifornische Unternehmen ist der Hauptlieferant
fast aller PC-Hersteller, die die Chips als Kernstück ihrer Rechner
verwenden.

Das Unternehmen hatte im dritten Quartal 8,7 Milliarden Dollar
(19,2 Mrd DM/9,8 Mrd DM) umgesetzt. Es rechnet jetzt für das
Schlussquartal nur noch mit einem unveränderten oder um einige
Prozentpunkte höher oder niedriger liegenden Umsatz. Dies sei
niedriger als der bisher erwartete Umsatzanstieg von vier bis acht
Prozent gegenüber dem dritten Quartal. Die Wall Street hatte mit
einem Umsatz von rund 9,26 Milliarden Dollar gerechnet.

Der in Santa Clara (US-Staat Kalifornien) ansässige Chip-Hersteller
rechnet für das vierte Quartal dieses Jahres weiterhin mit
Bruttogewinnmargen von etwa 63 Prozent, plus oder minus ein Prozent.

Intel wird verglichen mit dem dritten Quartal unveränderte
Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Übernahmen in Höhe von 2,3
Milliarden Dollar haben. Die Zins- und sonstigen Einkünfte werden
sich in dem laufenden Quartal auf 650 Millionen Dollar reduzieren
gegenüber einer bisherigen Schätzung von 950 Millionen Dollar.
Hierfür macht Intel geringere Gewinne auf Aktieninvestments
verantwortlich als erwartet worden waren. Die Investitionen für das
Gesamtjahr 2000 dürften 6,5 Milliarden Dollar erreichen gegenüber
bisherigen Schätzungen von sechs Milliarden Dollar.

Der Intel-Aktienkurs hatte im nachbörslichen Verkehr deutlich
geschwankt, doch festigte er sich schließlich auf 32,75 Dollar
gegenüber 32,31 Dollar zum Schluss des regulären Handels.
dpa

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