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Umstrittene Studie: Facebook schrumpft bis 2017 gewaltig

27.01.2014 | 06:42 Uhr |

Mit nach eigenen Angaben über einer Milliarde aktiver Nutzer pro Monat ist Facebook aktuell das größte soziale Netzwerk weltweit. Bis 2017 aber könnte die Online-Gemeinschaft 80 Prozent ihrer Nutzer verlieren, folgt man einer Studie der Elite-Universität Princeton.

Für ihre Studie gehen die Forscher modellartig davon aus, dass es bei der Anmeldung wie beim Verlassen eines sozialen Netzwerkes ähnlich zugeht wie bei einer Seuche: einer bakteriellen oder viralen Infektion. Im SIR-Modell ( Susceptible-Infected-Recovered-Model ) gibt es infizierte, gesunde und bereits immunisierte Personenkreise. Damit lässt sich der zeitliche Verlauf einer Epidemie beschreiben. Auf dieser Grundlage modifizierten die Princeton-Wissenschaftler ihren Ansatz ( PDF-Dokument ) und untersuchten sowohl das inzwischen bedeutungslose soziale Netzwerk My Space als auch dann aktuell Facebook. Ein wesentlicher Wert für die Berechnung der Zahl ”infizierter Nutzer” ist dabei die Häufigkeit der Suchanfragen bei Google: Seit 2012 werde dort zunehmend weniger der Suchbegriff Facebook eingegeben. Dies ergebe einen Abwärtstrend der Facebook-”Infizierten”, der zwischen 2015 und 2017 zu einem Schwund von 80 Prozent seiner Nutzer führen soll.

Natürlich hat Facebook, das in der Tat mit einer Abmeldung jüngerer Teilnehmer, insbesondere von Teenagern, zu Gunsten von Usern über 55 Jahren konfrontiert ist, das nicht auf sich beruhen lassen und eine eigene, ironisch aufbereitete Gegenstudie veröffentlicht. Unter dem Titel ” Debunking Princeton ” (soviel wie ”Die Entzauberung von Princeton”) zeigen die Zahlenakrobaten von Facebook mit entsprechend schick aufbereiteten Graphen, dass man mit ähnlichen Vorannahmen und ”Forschungswerkzeugen” (hier die Häufigkeit der Erwähnung bei Facebook oder Google) nachweisen könne, wie mit der Auflösung der Universität von Princeton mangels Studentenzuspruchs bis 2021 und sogar (schlimmer!) einem Verschwinden der Atmosphärenluft auf unserem Planeten zu rechnen sei – wenn der Trend der Suchanfragen zum Stichwort ”air” bei Google anhalte, gebe es bis ins Jahr 2060 keine atembare Luft mehr auf unserem Planeten. Natürlich meinen die Datenanalytiker bei Facebook diese Berechnungen nicht ernst, wie sie am Ende selbst betonen. Sie deuten aber bezüglich der Methode der Princeton-Forscher an, dass diese der Gleichsetzung von Korrelation und Kausalität zum Opfer gefallen sind.

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