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Umweltaktivisten protestieren gegen Apple in UK

08.07.2013 | 09:24 Uhr |

Nach den Protest-Aktionen im Februar und Mai hat Apple bisher immer noch keine Stellung zu den Anschuldigungen wegen Umweltverschmutzung bezogen.

Die Umweltschützer von Friends of the Earth (FoE) haben am letzten Wochenende Demonstrationen in Apple Stores in Großbritannien organisiert, um Kunden auf die Problematik des Zinnabbaus in Indonesien hinzuweisen. Apples Produkte würden mithelfen, tropische Regenwälder, Korallen und fruchtbare Erde in Indonesien zu zerstören, behaupten die Umweltschützer. FoE will mit der Kampagne Apple zur Offenlegung seiner Rohstoffquellen zwingen, Apple setzt nach Ansicht der Aktivisten Zinn aus Minen aus Bangka ein. Unregulierter Abbau, bei dem im Schnitt ein Bergarbeiter pro Woche sterbe und das verschmutze Abwasser tödlich für Korallen und Pflanzen im Ozean sei, wurde bereits im Februar an die Kollegen der Macworld gemeldet. Nach dem Abholzen von Regenwald für die Minen versauern die Böden und sind nicht mehr als Ackerland geeignet.

Craig Bennett, Kampagnen-Direktor bei Friends of the Earth, hat den Missstand auch an Apples CEO Tim Cook weitergeleitet. Pro iPad soll Apple 1,3 Gramm Lötzinn aus diesen Minen einsetzen, die derzeit schätzungsweise ein Drittel des weltweiten Marktbedarfs produzieren - und der somit auch in vielen anderen Elektronikprodukten Verwendung findet.

FoE kritisiert jedoch nicht nur Apple für die Verwendung von Zinn aus Bangka, in Folge der Kampagne haben etwa Samsung und Philips eingestanden, Zinn aus der fraglichen Mine zu beziehen. Apple hat bisher nicht offen gelegt, woher die Rohstoffe kommen. Stattdessen hat Apple mit anderen Unternehmen eine Arbeitsgruppe gegründet, welche die Problematik diskutieren soll. "Das ist uns willkommen," lobt Bennet die Initiative, "aber bis Apple nicht gesteht, Zinn aus zerstörerischem Abbau in seinen Produkten zu verwenden, können sich Kunden nicht sicher sein, ob Apple es ernst meint mit der Beendigung der Zerstörung."

Apple ist in der Vergangenheit häufig ein populäres Kampagnenziel gewesen, insbesondere Greenpeace hatte den Mac-Hersteller für die Verwendung giftiger Stoffe und schmutzigen Stroms in seinen Rechenzentren kritisiert. Greenpeace ist mittlerweile voll des Lobes für Apple, das seinen Strom für Cloud-Rechenzentren zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen schöpft. Im Greenpeace-Index für "grüne" IT ist Apple in den letzten Jahren stetig geklettert, das Unternehmen verzichtet nicht nur auf PVC und bromierte Flammschutzmittel, sondern achtet auch auf Energieeffizienz schon bei Produktion und Vertrieb. Seinen ausführlichen Umweltbericht aktualisiert Apple regelmäßig .

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