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Umweltschützer kritisieren Apple

21.04.2005 | 14:08 Uhr |

Besucher der heutigen Apple-Aktionärsversammlung in Cupertino müssen sich auf Proteste von Umweltschützern einrichten.

Die Organisation Computer Take Back Campaign (CTC) kritisiert Apple dafür, seinen Elektronikschrott nicht den Umweltschutzrichtlinien entsprechend zurückzunehmen oder in seinen Produkten mehr nachhaltige Materialien zu verwenden. An Aktionäre des Unternehmens will die Kampagne ihren Jahresbericht " unApple - From iPod to iWaste " verteilen. Konkurrenten wie Dell oder HP würden laut CTC mehr Aufwand bei der Entsorgung alter Produkte betreiben. So hätten die Konkurrenten Verträge mit Händler, die jene verpflichteten, Altgeräte kostenlos zurückzunehmen. Apple-Kunden müssten für die Entsorgung hingegen bis zu 30 Dollar aus eigener Tasche bezahlen. Der Mac-Hersteller verwende in seinen Produkten zu viele Schwermetalle, "die zu Unfruchtbarkeit und Gehirnschäden führen können", heißt es in dem Report.

In den US-Bundesstaaten Maine und Massachusetts habe Apple sich geweigert, an Recycling- und Rücknahmeprojekten teilzunehmen. Nach Zahlen der CTC wanderten in den USA täglich rund 130.000 gebrauchte Computer auf dem Müll, bis zum Jahre 2008 hätten sich 10,5 Millionen Macs angesammelt, die es zu recyclen oder zu entsorgen gelte. Die damit verbundene Bleimenge schätzt die Organisation auf 1.400 Tonnen.

Laut CTC erweise sich Apple vorwiegend in der Heimat als Umweltsünder. Die Jobs-Company würde die harten Umweltstandards in Europa oder Südkorea erfüllen, versuche aber, die Legislative daran zu hindern, diese Regelungen in den USA einzuführen. Zudem kritisiert die Kampagne, Apple hätte Produkte wie iPod und eMac im Programm, die sich leichter durch Neugeräte ersetzen als aufrüsten oder reparieren ließen.

Den Vorhaltungen der CTC gegenüber stehen Apples offizielle Umweltrichtlinien. In einem "Mission Statement" beschreibt Finanzchef Peter Oppenheimer auf der Website des Mac-Herstellers diese: "Apple verpflichtet sich die Umwelt, Gesundheit und Sicherheit unserer Angestellten, Kunden und Gemeinden, in denen wir weltweit arbeiten, zu schützen". Der Schutz der Umwelt solle weitergehen, als staatliche Regelungen dies vorsähen, schon beim Produktdesign lege man Wert auf Nachhaltigkeit und Sicherheit. Für die Wiederverwertung von Komponenten sollen laut Apple alle im Verbrauchsprozess beteiligten Parteien in einer "Produktverantwortlichkeit" tragen. Hier seien neben Herstellern und Händlern auch die Verbraucher gefordert, ihre alten Geräte fachgerecht zu entsorgen und Regierungen, Rahmen für die Wiederverwertung von Elektronikschrott zu schaffen.

In Deutschland kümmert sich bei Apple Rudolf Auer als Manager Environmental Technologies & Strategies um Umweltthemen. Kunden können hierzulande ihre alten Rechner bei der Firma Recycle IT zurückgeben. Dabei entstehen für den Kunden lediglich die Kosten für die Lieferung der Alt-Geräte an Recycle IT, für sämtliche weitere Kosten im Recyclingprozess kommt Apple auf. Für die Entsorgung der Verpackungen empfiehlt der Mac-Hersteller in Deutschland die Organisationen Duales System Deutschland (DSD) und den Dienstleister für Logistik und Rücknahme Vfw. Auch für andere europäische Länder gibt Apple auf seiner Website entsprechende Organisationen an.

Info: Apple

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