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Umweltschützer werfen Apple-Zulieferern Umweltverschmutzung vor

01.09.2011 | 08:39 Uhr |

Eine Gruppe chinesischer Umweltschutzaktivisten hat eine kritische Studie über Probleme bei Apples Zulieferern veröffentlicht

Schmutzwasser China
Vergrößern Schmutzwasser China

Das Papier trägt den Namen " The other side of Apple II " und enthält Beschreibungen und Analysen auf insgesamt 48 Seiten. Die Umweltschützer werfen Apple vor, dass dessen Zulieferer fast durch die Bank Umweltschutzverstöße begingen und Apple sich nicht darum kümmere.

Zu den Unternehmen, denen die Umweltaktivisten Verstöße vorwerfen, gehören Foxconn-Standorte in Chengdu und Taiyuan, Ibiden Electronics in Peking, Kaedar Electronics in Kunshan und weitere. An einigen Orten sollen die Verstöße der Zulieferer bereits deutliche Umweltschäden verursacht haben, so auch bei Meiko Electronics, die angeblich Platinen für Apple herstellen. Bei Foxconn sollen es Austritte von Gasen sein, die die Anwohner mindestens stören. Bei Ibiden Electronics verschwindet angeblich jeden Tag tonnenweise Sondermüll ohne korrekten Nachweis. Andere Firmen entsorgen Schmutzwasser in umliegenden Gewässern.

Apple antwortet nicht auf Fragen der Umweltschützer und landet deshalb auf dem letzten Platz.
Vergrößern Apple antwortet nicht auf Fragen der Umweltschützer und landet deshalb auf dem letzten Platz.

Eine Gruppe aus Nichtregierungsorganisationen hatte zudem bei 29 Herstellern nachgefragt und auf bestimmte Missstände hingewiesen, dabei auch nach Konsequenzen gefragt. Anhand der Reaktion der Hersteller haben die NGOs ein Ranking erstellt. Apple Aussage: "Zu Zulieferferern nehmen wir keine Stellung." Und landet Apple schweigsam am Ende des Rankings. In der Befragung geht es unter anderem darum, ob die Hersteller die Vorfälle untersuchen, ob sie überlegen, Prüf-Mechanismen zu installieren und auf öffentlich verfügbare Informationen zurückzugreifen, um Verstöße festzustellen.

Apples bestehende Überprüfung der Zulieferer (" Suppliers Responsibility Report ") reicht den Aktivisten nicht aus. Denn Apple verrät die Namen der Zulieferer nciht, bei denen man Verstöße festgestellt hat. Außerdem stünden Umweltschutzverstöße nicht im Fokus dieser Untersuchungen. Tatsächlich geht es bei diesen Befragungen der Mitarbeiter vor allem um die Arbeitsplatzbedingungen, Bezahlung und Überstunden.

Positive Beispiele

Der Bericht nennt einige Positivbeispiele für Umgang mit Zulieferern. So habe Siemens angefangen, öffenlich zugängliche Informationen mit in sein Zulieferermanagement aufzunehmen. Automatische Suchanfragen durchforsten die Liste der als "schmutzig" bekannten Hersteller und gleichen sie gegen die Liste der eigenen Zulieferer ab. Zudem fordere Siemens die Berichte der betroffenen Unternehmen an, um Gegenmaßnahmen erkennen zu können. Auch Vodafone und Nokia hätten Maßnahmen getroffen, um ihre Produktionsketten zu verbessern.

Der Bericht wirft Apple vor, dass sie die Schlupflöcher in Chinas Umweltschutz nutzen, und auf schmutzige Hersteller setzen, um Gewinne zu erwirtschaften. Die Kunden sollten ihre Macht deshalb dazu nutzen, um Apple zu Änderungen zu zwingen. Unklar ist nach Lektüre des Berichtes jedoch, ob die genannten Hersteller tatsächlich alle für Apple arbeiten und für welche anderen Unternehmen sie produzieren. Apple hat sich mit seiner strikten Schweigepolitik jedoch schlecht dargestellt, so wie man auch gegenüber den Anfragen von Greenpeace lange schwieg, bevor Apple hier seinen Standpunkt änderte und im Umweltranking von Greenpeace schnell nach oben stieg.

Info: The other side of Apple

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