Von Thomas Hartmann - 22.10.2012, 10:45

Umweltsiegel

EPEAT verteidigt Einschätzung des Macbook Retina

©Apple

Das Electronic Product Environmental Assessment Tool (EPEAT) wird vom Green Electronics Council verwaltet und stellt ein Umweltsiegel auch für Notebooks zur Verfügung.
Apple hatte sich angesichts seines neuen Macbook Pro Retina überraschend aus der Vergabe dieses Öko-Logos verabschiedet, ist aber nach Protesten beziehungsweise der Ankündigung von öffentlichen Institutionen, das neue Apple-Gerät dann nicht mehr zu beziehen, wieder in das Register zurückgekehrt. Nun hat die Organisation das Retina-Macbook auch als Ultrabook eingestuft und mit dem Siegel versehen. Dies trotz der Tatsache, dass der Nutzer das Macbook nicht selbst erweitern kann, der Akku festgeklebt ist und die Entsorgung daher für den Kunden unter ökologischen Gesichtspunkten schwierig ist.

EPEAT erklärt die Richtlinien-Änderung

Auf die vorgetragene Kritik unter anderem von Greenpeace und iFixit reagierte EPEAT nun mit einer Erklärung . Demnach sei es nicht die eigene Aufgabe, Produkten das Siegel zu verweigern, wenn diese die erforderlichen Auflagen und Ansprüche erfüllen. Was etwa die Upgrade-Fähigkeit des Retina-Macbook Pro betreffe, so sei dem durch den USB-Anschluss Genüge getan. Die Kriterien für die EPEAT-Vergabe bezögen sich zudem nicht auf die mögliche Überholung (Refurbishment) oder die Reparatur von Geräten. Man könne sich zwar wünschen, dass solche Kriterien Eingang in den EPEAT-Katalog finden, aber bislang sei dies nicht der Fall. Die Regeln seien allerdings für ultradünne Notebooks neu verfasst worden, um deren aktuellen Gegebenheiten zu entsprechen. Diese seien nun einmal anders als herkömmliche Laptops in einem Stück gefertigt. Dagegen richtet sich iFixit mit pointierten Aussage, dass dies ein ”Greenwashing" (in Analogie zum Brainwashing) der bisherigen  EPEAT-Kriterien darstelle. Greenpeace kritisiert vor allem die Tatsache, dass die nur schwer zu ersetzenden Akkus in den neuen ultradünnen Notebooks mit der Umwelt-freundlichen Anerkennung zu weniger Recycling-Anstrengungen und mehr elektronischen Müll führen würden.
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