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Und noch ein Musik-Download-Dienst

09.09.2003 | 12:43 Uhr |

Der Erfolg des iTunes Music Store hat weit reichende Konsequenzen.

Nachdem Sony letzte Woche einen Online-Store für den eigenen Katalog und die anderen Werke der großen fünf Labels angekündigt hat, plant nun auch die in Großbritannien beheimatete Plattenfirma Virgin einen eigenen Download-Service aufzubauen. Dabei will sich Virgin als der günstigste aller Anbieter positionieren, ein einzelner Song soll 60 britische Pence, gleich 0,95 US-Dollar, kosten. Noch vor der Veröffentlichung auf CD sollen einzelne von Virgin vertriebene Tracks verfügbar sein, exklusiv hat sich das Label auch die Online-Vertriebsrechte an einigen Stücken der BMG-Künstlerei Avril Levigne gesichert. Bereits in der kommenden Woche geht der Downloadservice an den Start.
Richard Branson, Gründer von Virgin Music und einer der gefeierten Visionäre des Think-different-Werbefilms aus dem Jahre 1997, verfolgt mit dem Virgin Online Store ehrgeizige Ziele. Der Service soll laut Branson dem britischen Single-Markt zu einer Erholung verhelfen, im letzten Jahr waren im UK Single-Verkäufe um 26 Prozent zurück gegangen, Tauschbörsen sollen in erster Linie dafür verantwortlich sein. Um Musik-Liebhaber zurück auf legale Pfade zu locken, muss jedoch nicht nur die Preisschwelle niedrig sein. Wie der strategische Leiter der Geschäftsentwicklung des Virgin Megastores, Ian Heath, der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, sehe man für die legalen Dienste im Wettbewerb gegen die P2P-Konkurrenz nur eine Chance, wenn die Qualität die von Tauschbörsen deutlich übersteige. Appels iTunes Music Store habe gezeigt, dass der Einzelverkauf von Downloads wesentlich mehr erfolg verspreche als die Abo-Modelle anderer Anbieter. Der Virgin Megastore verkauft die von OD2 lizensierte Musik weiter. Im Katalog der von Peter Gabriel mit betriebenen Firma finden sich derzeit rund 200.000 Stücke.

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