Von Stephan Wiesend, Dirk Steiger, Stephan Wiesend - 24.08.2004, 15:44

Unendliche Geschichte

Sicherer als Linux oder Apple" sollte Windows XP in seiner neuesten Version werden. Etwas sicherer ist XP geworden - das Update ließ aber auch recht lange auf sich warten. Aber auch Apple hat in dieser Beziehung keine weiße Weste.

Das letzte Windows-Update, das Service Pack 1, erschien bereits vor zwei Jahren. Apple-Anwender sind dagegen seit der Einführung von Mac-OS X schon reichlich mit Systemupdates versorgt worden. Für Mac-OS X 10.2 und Mac-OS X 10.3 musste man allerdings auch den vollen Kaufpreis zahlen.
XP wird durch das umfangreiche Update (262 MB bei einer Vollinstallation, 170 MB bei installiertem Service Pack 1) vor allem sicherer: Eine verbesserte Firewall macht so manche Sicherheitssoftware von Drittherstellern überflüssig, automatisch überprüft das neue Sicherheitscenter das Vorhandensein eines aktuellen Virenscanners. Microsoft hatte zwar vor einigen Jahren den Antivirensoftware-Hersteller RAV aufgekauft, hat aber bisher noch keinen eigenen Virenscanner vorgestellt. An wirklich neuen Funktionen wird dagegen recht wenig geboten. So hat der Microsoft-Browser Internet Explorer ab sofort einen eigenen Pop-Up-Blocker gegen lästige Werbefenster.

Ärger mit dem Update

Laut einer von Microsoft veröffentlichten Programmliste gibt es trotz aufwändiger Tests Kompatibilitätsprobleme mit etwa 38 weit verbreiteten Programmen. Einige Programme starteten bei den Nutzern nicht mehr, andere funktionierten nur noch eingeschränkt (http://support.microsoft.com/default.aspx?kbid=884130). So kann sich etwa der MS-Office Konkurrent Word Perfect Office nach dem Update nicht mehr aktualisieren. Antivirusprogramme von Norton, Kapersky Labs oder Norman funktionierten bei vielen Nutzern nicht mehr einwandfrei. Bei den meisten Anwendern funktioniert Windows auch nach dem Update aber dann doch ohne Probleme.
Warum tut sich Microsoft so schwer mit Änderungen seines Betriebssystem? Arbeiten doch beim Konzern in Redmond 57 000 gut bezahlte Angestellte und werden pro Jahr mehr als vier Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben - fast schon der Gesamtumsatz des Konkurrenten Apple. Mittlerweile ist Windows aber derart komplex geworden, dass ein umfangreiches System-Update bereits einen ganzen Rattenschwanz an Tests und neuen Abhängigkeiten schafft.
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