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Unterhaltungselektronik bringt Cebit in Schwung

16.03.2004 | 12:02 Uhr |

Das digitale Zuhause ist da. Ob Fernseher, Video, Stereoanlage oder Fotokamera - nahezu die gesamte Heimelektronik versteht sich inzwischen auf Bits und Bytes, klassische analoge Geräte verschwinden immer schneller.

Die neue Technik beschert Verbrauchern bisher ungeahnte Möglichkeiten, verschiedenste Geräte miteinander zu vernetzen, und den Herstellern stattliche Wachstumsraten. Auch an dem anlaufenden Aufschwung der IT-Branche dürfte die digitale Verbraucher- Elektronik eine tragende Rolle spielen.

Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz mit Digitalgeräten nach Angaben des Branchenverbands BITKOM um 29 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Mit digitaler Unterhaltungselektronik ist damit erstmals mehr umgesetzt worden als mit analoger Technik. Für 2004 erwartet der BITKOM ein Umsatzvolumen von 6,2 Milliarden Euro allein in Deutschland. Dabei sei in manchen Bereichen wie etwa bei Digitalkameras nach einem kräftigen Boom bereits eine gewisse Marktsättigung eingetreten, sagt BITKOM-Sprecher Volker Müller.

Zu den wichtigsten Wachstumsmotoren in der Unterhaltungselektronik gehören die Flachbildschirme. Sie haben nach BITKOM-Angaben wesentlich zum Umsatzplus der Branche von 4,2 Prozent im vergangenen Jahr beigetragen. «Flachbildschirme sind der Wachstumsmarkt Nummer eins», bestätigt auch Helmut Engel, Geschäftsführer von Sharp Electronics Deutschland. Anders als TV-Traditionsunternehmen wie etwa Philips hat der japanische Elektronikkonzern das Ende der klassische Bildröhre endgültig eingeläutet und will bereits von 2005 an auch in Europa ausschließlich flache LCD-Fernseher (Liquid Crystal Displays) anbieten.

«Die digitale Unterhaltungselektronik ist auf der CeBIT zum ersten Mal voll integriert», sagt Müller. Noch vor zwei Jahren war die Branche weitgehend von der weltgrößten Computerschau in Hannover ausgeschlossen. «Das ist heute ein äußerst spannender Markt.» Produkte wie Spielekonsolen, Digitalkameras, DVD-Rekorder und Flachbild-Fernseher als Konjunkturmotoren und Publikumsmagneten sind von der Messe nicht mehr wegzudenken. «Die klassische Trennung von Informationstechnologie und Consumer Electronic gibt es ja längst nicht mehr», sagt Müller.

Panasonic hat nach Angaben von Unternehmenssprecher Peter Weber seine Ausstellungsfläche auf der diesjährigen CeBIT um 300 Quadratmeter aufgestockt, davon sind allein 15 Prozent für die Präsentation von Heimelektronik reserviert. Das Unternehmen zeigt eine ganze Palette verschiedenster Geräte für die Unterhaltung im Wohnzimmer. Gemessen an der boomenden Nachfrage gehören zu den Highlights auch in diesem Jahr neue Festplattenrekorder zum zeitversetzten Aufzeichnen von TV-Sendungen, mit Archivierungsmanagement, digitaler Programmverwaltung und der Möglichkeit, Fernsehsendungen auch ohne Werbeblöcke auf DVD zu kopieren.

Die Digitalfotografie wird auf der CeBIT 2004 zwar kein Schwerpunktthema bilden, doch führende Unternehmen wie Sony, Olympus, Panasonic oder Kyocera wollen mit neuen Produkten dennoch das Interesse der Besucher wecken. In diesem Jahr sollen die Geräte endgültig den Durchbruch zum Massenmarkt schaffen. Nach Angaben des BITKOM waren die Umsätze im vergangenen Jahr von 493 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,43 Milliarden Euro geklettert.

Inzwischen stehen erschwingliche Digitalkameras ihren klassischen Vorgängern in Sachen Bildqualität in vielen Fällen in nichts mehr nach. Während die Hersteller in den vergangenen Jahren vor allem an der Steigerung der Auflösung ihrer Pixelkünstler arbeiteten, steht inzwischen die Qualitätssicherung durch hochwertige Objektive, schnellere Auslösezeiten und einfachere Bedienung im Vordergrund. Auch das Thema Lifestyle darf bei manchen Herstellern nicht fehlen. Kyocera will auf der CeBIT eine Design-Kampagne starten, bei der die Kunden ihre «FineCam» mit Furnieren aus Holz, Leder oder Stein aufwerten können.

Die Produzenten der «Braunen Ware» spüren jedoch mit dem Zusammenwachsen der Branchen auch den wachsenden Druck des Marktes durch immer schnellere Technologiewechsel und steigende Erwartungen der Kunden. Die klassischen Vertreter der Computerindustrie wie Microsoft, Fujitsu-Siemens und Intel, die verstärkt mit eigenen Lösungen für das vernetzte Zuhause die Unterhaltungselektronik für sich entdecken, bringen ein völlig neues Tempo in die Branche. «Noch vor einigen Jahren waren Produkte bis zu drei Jahre im Markt», sagt Andreä Herrmann, Unternehmenssprecher von Panasonic. «Die Zeiten sind längst vorbei.» Unternehmen wie Sony, Philips oder Panasonic haben deshalb ihre Unternehmensstrukturen und Vertriebsorganisationen neu geordnet.

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