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AOL schreibt Milliardenverlust

05.08.2010 | 07:36 Uhr |

Für die US-Internetfirma AOL geht das Siechtum weiter. Massive Abschreibungen auf den Firmenwert haben im zweiten Quartal zu einem Verlust von knapp 1,1 Milliarden Dollar geführt.

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Auslöser der Neubewertung waren der gesunkene Aktienkurs sowie die Trennung vom sozialen Netzwerk Bebo und dem Chatdienst ICQ. Im Vorjahreszeitraum hatte AOL noch 91 Millionen Dollar verdient. Die Börsianer reagierten verschnupft. Am Mittwoch fiel die Aktie um 3 Prozent. Sie hat damit seit April ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Denn das Geschäft schrumpft anhaltend. Werbekunden und Nutzer flüchteten zuletzt in Scharen - während die Konkurrenz sich reihum von der Krise im vergangenen Jahr erholte. Der Umsatz sank um 26 Prozent auf 584 Millionen Dollar.

Auch Firmenchef Tim Armstrong konnte die Anleger nicht beruhigen. "Das Unternehmen wird jeden Tag gesünder", sagte er. Das Management versucht mit Einsparungen, die Auswirkungen des rückläufigen Geschäfts auszugleichen. Im November hatte AOL angekündigt, rund 2.500 Stellen und damit ein Drittel aller Arbeitsplätze zu streichen. Aus Deutschland hat sich das Unternehmen ganz zurückgezogen.

Die vor 25 Jahren gegründete AOL hatte sich auf dem Höhepunkt der Internet-Euphorie mit dem Medienkonzern Time Warner zusammengeschlossen. Als die Dotcom-Blase platzte , geriet die 100 Milliarden Dollar schwere Ehe in eine Krise. AOL wurde zu einer Randsparte des Konzerns degradiert. Letztlich entschied sich Time Warner für die Trennung.

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