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Infineon-Chef verneint Gefahr einer Zerschlagung

20.07.2009 | 07:10 Uhr |

Der Chef des Halbleiter-Konzerns Infineon, Peter Bauer, hat Befürchtungen um eine Zerschlagung des Unternehmens nach dem Einstieg des Finanzinvestors Apollo zurückgewiesen.

«Nein, dieses Szenario sehe ich nicht», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Samstag). «Was sollte eine Zerschlagung sinnvoll erscheinen lassen? Der Markt ist zudem für solche Transaktionen gar nicht aufnahmefähig.» Stattdessen will Bauer selber zukaufen: «Mittelfristig sehen wir den Konsolidierungsdruck der Branche zunehmen. ... Und wir werden durchaus in der Lage sein, zuzukaufen.» Infineon will über eine Kapitalerhöhung bis zu 725 Millionen Euro einnehmen und damit seine hohen Schulden tilgen. Vom 20. Juli bis 3. August können die Altaktionäre die neuen Anteilsscheine erwerben. Sollten dann noch Papiere übrig sein, würde der Finanzinvestor Apollo einspringen und mit maximal knapp 30 Prozent bei Infineon einsteigen. «Sie sind uns willkommen», sagte Bauer. «Apollo ist ein Partner, der an einem langfristigen Engagement orientiert ist.»

Die IG Metall fürchtet, dass Apollo den Einstieg über Spartenverkäufe refinanziert. Von dem Geschäft mit drahtgebundenen Kommunikationschips hatte sich Infineon jüngst getrennt, weiteren Verkäufen aber eine klare Absage erteilt. Die Münchener stellen noch Chips für die Autoindustrie, für Maschinen, Sicherheitsanwendungen und Handys her. Die Wirtschaftskrise und Managementfehler hatten Infineon in schwere Not gebracht. Tausende Mitarbeiter fielen einem Sparprogramm zum Opfer.

Zuletzt zog das Geschäft aber branchenweit wieder an und Infineon wies für das dritte Geschäftsquartal von April bis Juni einen Umsatz- und Gewinnzuwachs aus. «Aber die Vorhersehbarkeit bis zum Ende des Jahres ist dennoch gering», sagte Bauer. Infineon legt am 29. Juli seinen kompletten Zwischenbericht vor und gibt dann üblicherweise auch einen konkreten Ausblick auf das Schlussquartal. (dpa)

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