1466860

Unternehmen klagen über mangelnden Kundendienst bei Google für Android-Geräte

21.05.2012 | 09:55 Uhr |

Dank knappen Angebot von APIs durch Google werden für die Android-Plattform nur unzureichende Verwaltungsprogramme für die Konfiguration, Sicherheit und Einsatz im Unternehmens-Netzwerk entwickelt.

Der Einsatz von Android -Geräten als Smartphones und Tablets in großen Untenehmen hat sich nur sehr begrenzt durchgesetzt, da die Vielfalt der Geräte unter verschiedenen Android-Versionen nur unzureichend durch Verwaltungs-Software der Hersteller unterstützt werden. Analysten bei Gartner untersuchten in einer Studie 20 Mobile-Device-Management (MDM) Softwarelösungen und befanden alle als nicht ausreichend für den Unternehmens-Einsatz.

Laut einer weiteren Studie von Gartner im April 2012 planen 58 Prozent aller Unternehmen für das kommende Jahre den Einsatz von iOS - oder setzen bereits jetzt auf Apples mobile Geräte. 20 Prozent planen für Blackberry und nur neun Prozent wollen auf Android setzen. Gartner urteilt in seinem 34-seitigen Bericht, dass Google einen deutlich schwächeren Verwaltungs-Service zum Einsatz und Konfigurieren von Android-Geräten im Unternehmenseinsatz bietet, als die Konkurrenz bei Apple und RIM . Eine kurzsichtige Entscheidung, denn laut der Studie von Gartner gehören dank der steigenden Nachfrage an mobilen Geräten in Firmen MDMs zu den gefragtesten Software-Lösungen in einem rasant wachsenden Markt.

Gartner schätzt, dass Unternehmenseinsatz-Verwaltungs-Softwarepakete für mobile Geräte (MDM) in 2010 200 und in 2011 350 Millionen US-Dollar Gewinn einbrachten. Und für 2012 gar 500 Millionen versprechen. Die Schätzungen des Marktforschungsinstituts IDC liegt sogar noch höher: Für 2010 bei 300 Millionen und für 2012 bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar . Als ein Hauptproblem für Android hat Gartner angegeben, dass Google nicht genug Software-Programmier-Schnittstellen (API, Application Programming Interfaces) freigegeben hat, um für seine MDM-Hersteller das Aufsetzen von Verwaltungs-Werkzeugen zu ermöglichen. Für Android 4.0 gab es von Google lediglich 16 APIs, während für die letzte Version von Blackberry von RIM über 500 APIs zur Verfügung gestellt wurden. Einige Hersteller entwickelten ihre eigenen APIs für Android, aber der Prozess ist langsam, kosten-aufwendig und muss für jedes Gerät und jede neue Version von Android wiederholt werden.

Auf Anfrage dazu hat Google bisher keinen Kommentar abgegeben. Der Android-Hersteller Motorola Mobility , der jetzt von Google übernommen wird, beteuert, dass Software zur Sicherung und Verwaltung im Unternehmenseinsatz für Android über 3LM verfügbar ist, einem Software-Hersteller, den Motorola in 2011 übernahm. Anfang Mai hat 3LM Version 3 einer MDM-Software angekündigt, mit der sowohl Smartphones und Tablets unter Android 4.0 als auch iPads und iPhones verwaltet werden kann. Gartner hat 3LM jedoch nicht in seine Studie aufgenommen, da die Firma laut Gartners Kriterien nicht als echter MDM-Hersteller zu werten ist. In einem Interview gab Phillip Redman, einer der Autoren der Gartner-Studie an, dass 3LM nur APIs erstellt und nicht die MDM-Software selbst.

Auch RIMs neue MDM-Plattform Mobile Fusion , die Research in Motion im April freigab, wurde in der Studie ausgeschlossen. Die Software, die sowohl Blackberry als auch iOS und Android verwalten kann, wurde erst während der Studie eingeführt. Die Analysten schätzen, dass die Software gute Chancen zum Erfolg hat, falls "RIM sich entscheidet, weiter in diesem Segment zu investieren", schreibt Gartner.

Von den 20 untersuchten MDM-Hersteller belegen laut Gartner MobileIron, AirWatch, Fiberlink, Zenprise und Good Technologies die Top-Fünf Plätze. SAP und Symantec wurden in der Studie als "Herausforderer" und BoxTone und IBM als "Visionäre" bezeichnet. Die restlichen elf Hersteller, wie MacAfee, Sophos, Soti, Trend Micro, Tangoe, OpenPeak, Silverback MDM, Amtel, Landesk, Smith Micro Software und MyMobile Security fielen in die "Nischen-Lösungen"-Kategorie. Insgesamt standen rund 100 MDM-Hersteller zur Auswahl, aber Gartner beschränkte die Studie auf 20, die das beste Angebot an Werkzeugen für Mobil-Management boten. Unter den Mindest-Anforderungen waren zum Beispiel ein obligatorisches Passwort, Datenlöschung per Fernzugriff, Gerätesperre per Fernzugriff, Werkzeuge zum Erkennen von Hacks und Jailbreak , Konfiguration über eine Netzwerk-Konsole, Verteilung und Sperren von Apps über Fernzugriff, Verwaltung und Anwendung von Software-Updates, Unterstützung von mindestens den letzten drei Betriebssystems-Versionen.

Alle 20 MDM-Hersteller in der Studie erzielten mit ihrer Verwaltungssoftware in den vergangenen zwölf Monaten jeweils mindestens 1,5 Millionen US-Dollar Gewinn. Der Durchschnittspreis liegt laut Gartner zurzeit bei ungefähr 60 US-Dollar pro Anwender, soll aber bis 2015 mit zunehmendem Einsatz von Cloud-basierten MDMs auf knapp 40 US-Dollar sinken.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1466860