1006557

Apple noch nicht bereit für den Unternehmenseinsatz

06.11.2008 | 18:05 Uhr |

Macs und das iPhone verbreiten sich auch in Unternehmen immer stärker, einem Gebiet, das zuvor in erster Linie auf Windows setzte. Aber nicht alle machen gute Erfahrungen mit Apple im Unternehmen.

Laptop-Tasche / Trolley Dicota Mobile Business
Vergrößern Laptop-Tasche / Trolley Dicota Mobile Business

Macs verlieren ihren Exotenstatus, das iPhone macht mit Exchange-Anbindung den klassichen Geschäfthandys Konkurrenz. Dennoch sind Macs noch nicht bereit für den voll integrierten Einsatz in komplexen Unternehmensumgebungen. Anthony DeCanti, Technik-Vizepräsident bei Werner Enterprises, hat vor fünf Jahren Macs als Alternative zu Windows ins Unternehmen geholt. Heute ist der ernüchtert: "Vor zwei Jahren wäre ich noch begeistert gewesen. Aber heute hab ich das Gefühl, dass Apple keine Aufmerksamkeit mehr darauf richtet, in der Geschäftswelt akzeptiert zu werden und sich stattdessen auf das iPhone konzentriert."

Apple halbherzig bei den Unternehmen

Obwohl DeCanti privat ein Mac-Jünger ist, ärgert er sich über die schlechte Integration zu Active Directory, den fehlenden Storagelösungen von Apple und der Stagnation bei dem Browser Safari. Deshalb kauft sein Unternehmen derzeit keine neuen Macs mehr. Der Marktforscher Michael Gartenberg sieht dies weniger pessimistisch: "Es gibt immer weniger Gründe für ein Unternehmen, sich nicht für einen Mac zu entscheiden." Die Preise seien wettbewerbsfähig, die Integration in die meisten Umgebungen funktioniere und es gebe nur sehr wenige Dinge, die ein Mac nicht könne - sogar Windows laufe.

Konzentriert Apple sich zu sehr auf Gadgets?
Vergrößern Konzentriert Apple sich zu sehr auf Gadgets?

Marktforscher sprechen von dem so genannten "Halo-Effekt". Damit meinen sie die positive Ausstrahlung durch das Image des iPod und iPhone. Nutzer dieser Geräte kommen dadurch ihrer Meinung nach oft auch zum Mac. Dies wirke sich auch auf die Unternehmen aus, weil Mitarbeiter immer öfter einen Mac als Arbeitsrechner verlangen würden. Kevin Dulaney, ein Analyst von Gartner, sieht Apples Rolle in der Wirtschaft durchwachsen: Abgesehen von den Ansätzen des iPhone sei Apple grundsätzlich kein unternehmensfreundlicher Hersteller.

Apple tut zu wenig

Für Unternehmen, die in erster Linie Browser-basiert arbeiten, sei ein Mac eine gute Wahl für eine gemischte Umgebung, so Dulaney. Die Kehrseite: "Ein unternehmensfreundlicher Hersteller hätte Mitarbeiter, die in den Unternehmen Support leisten, er würde den Kunden einen Ausblick auf zukünftige Produkte geben und Änderungen genau dokumentieren", so der Analyst. "Das alles macht Apple zurzeit nicht." In der Zukunft könnte sich hier aber vieles ändern. So wird 10.6 Snow Leopard eine Anbindung an Microsofts Exchange-Umgebung haben. "Das sind kleine Schritte, mit denen Apple langsam ein glaubwürdiger Teil dieses Marktes wird", so Dulaney.

Quelle: Computerworld

0 Kommentare zu diesem Artikel
1006557