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Intel kauft McAfee für 7,68 Milliarden US-Dollar

20.08.2010 | 07:20 Uhr |

Der Prozessorhersteller Intel will den Anbieter von Sicherheitssoftware McAfee für einen Preis von 7,68 Milliarden US-Dollar übernehmen, gab das Unternehmen gestern bekannt.

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Beide Aufsichtsräte hätten dem Geschäft bereits zugestimmt, McAfee soll ein Tochterunternehmen in Intels Sparte Software and Services werden. McAfee stellt eine Reihe von Sicherheitsprogrammen für Unternehmen und Endanwender her, etwa Virenscanner, Firewalls oder Schutz gegen unberechtigtes Eindringen.

Intel will mit der Akquise einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz verfolgen, derzeitige Sicherheitskonzepte seien etwa nicht ausreichend für an das Internet angeschlossene Geräte wie Fernseher, Autos oder medizinische Apparate. Um raffinierten Bedrohungen zu begegnen, benötige es verbesserte Sicherheit auf Hardwareebene, erklärt Intels Senior Vice President der Software and Services Sparte Renée James dem IDG News Service. MacAfees CEO Dave DeWalt freut sich über die Fusion: "Die Industrie braucht einen Paradigmenwechsel, inkrementelle Verbesserungen helfen nicht weiter." Intel sei daher der beste Partner für den Ansatz.

Intel-Chef Paul Otellini betonte in einer Pressekonferenz, dass Intel sich auf die drei wichtigsten Felder der Industrie konzentriere: Energie-Effizienz, Internet-Verbindung und Sicherheit. Immer, wenn Intel einen Prozessor verkaufe, bestehe auch die Möglichkeit für einen Verkauf von Sicherheit, die am effektivsten sei, wenn sie direkt in die Hardware integriert wäre.

Den hohen Preis interpretiert der IDC-Analyst Chris Christiansen als Folge einer zurückliegenden Bieterschlacht, auch Oracle und IBM hätten womöglich Interesse an McAfee bekundet: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass erfolglose Bieter jetzt einfach verschwinden."

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