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Lexmark verabschiedet sich von Consumer-Tintenstrahlern

28.03.2012 | 06:34 Uhr |

Druckerhersteller Lexmark zieht sich nach und nach aus dem Geschäft mit privaten Endkunden zurück. Parallel dazu wird das Lösungsportfolio ausgebaut, auch durch millionenschwere Zukäufe von Software-Unternehmen.

Brainware, Isys und Nolij heißen die neusten Zugänge im Lexmark-Konzern. Mit dem Kauf der Software-Firmen entwickelt sich Lexmark weiter vom Hardware-zentrierten zu einem lösungsgetriebenen Unternehmen. Die Neuzugänge werden in den Unternehmenszweig Perceptive integriert, den der Druckerhersteller aus Lexington / Kentucky bereits vor zwei Jahren übernommen hatte.

Michael Lang, Director Channel & Retail DACH, nennt dies "Häutungsprozess". Seiner Meinung nach findet eine Verhaltensänderung der Nutzer "weg vom Papier" statt. So habe man den Peak beim Papierverbrauch erreicht. Mit dem entsprechenden Software- und Lösungsportfolio verfolge Lexmark nun einen "informationsgetriebenen Ansatz".

Der Wandel wirkt sich auch auf das Hardware-Portfolio aus. So verabschiedet sich Lexmark von Tintenstrahldruckern für private Endkunden: "Rein Consumer-orientierte Geräte wird man bei uns nicht mehr sehen", bestätigt Marketing-Leiter Jörg Klinkhammer. Stattdessen sollen im April "richtige" Business-Tintenstraldrucker auf den Markt kommen. Diese sind laut Klinkhammer in der Ausstattung und Leistungsfähigkeit vergleichbar mit entsprechenden Laserdruckern.

Optimismus trotz Stückzahlschwund

Den Rückgang der verkauften Stückzahlen von Lexmark-Geräte erklärt Klinkhammer mit der B2B-Ausrichtung: "Wir verabschieden uns peu à peu vom Consumer-Segment und sehen den Fokus im Geschäft mit Business-Kunden", betont der Manager. So habe man bei Workgroup-Geräten "erheblich" zugelegt. "Da gibt es nicht mehr viel über uns", meint er selbstbewusst. Trotz allen Software-Engagement will der Hersteller den Hardware-Bereich nicht aus den Augen verlieren. So kündigt Lang bis Oktober insgesamt "63 neue Maschinen" an.

Der Rückzug aus dem Consumer-Geschäft bringt natürlich auch ein Wandel des Vertriebs mit sich. So verliert der Retail-Kanal an Bedeutung. Dass Lexmark bereits das MSH-Vertriebsteam aufgelöst hat, will das Unternehmen allerdings nicht bestätigen: "Die Anpassung der Aktivitäten an die globale Strategie bedeutet weder, dass Lexmark sich aus einzelnen Marktsegmenten komplett zurückzieht, noch, dass Lexmark zukünftig keine Tintenstrahl-Technologie mehr anbieten wird", heißt es dazu in einem Statement auf Anfrage von ChannelPartner.

Michael Lang, Director Channel & Retail DACH und Jörg Klinkhammer, Leiter Marketing bei Lexmark, erläutern den Wandel des Druckerherstellers.
Vergrößern Michael Lang, Director Channel & Retail DACH und Jörg Klinkhammer, Leiter Marketing bei Lexmark, erläutern den Wandel des Druckerherstellers.

Die bisherigen 160 "Value Print Partner" werden nun zu "Business Solution Dealer", einer bei Lexmark nun weltweit gültigen Händlerbezeichnung. Die Software-Sparte behält allerdings den eigenständigen Vertriebskanal und führt ein zweigleisiges Modell mit direktem und indirektem Vertrieb. Michael Lang will das aber nicht als Einstieg in den direkten Vertriebskanal verstanden wissen. "Wir vertreiben die Hardware weiterhin nur indirekt", verspricht er. Ausnahmen seien nur rund 50 weltweite Großkunden. Armin Weiler

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