Von Peter Müller - 30.03.2012, 07:26

Untersuchung

FLA findet ernste Probleme bei Foxconn

Die von Apple beauftragte Fair Labor Association (FLA) hat bei ihrer Untersuchung der Arbeitsbedingungen beim Zulieferer Foxconn ernste Probleme gefunden und den Fertiger von iPhone, iPad und Macbook zu Verbesserungen bei Überstunden, Bezahlung, Unterbringung und Arbeitssicherheit verpflichtet.
In ihrem Bericht, der unter anderem auf Befragungen von 35.000 zufällig ausgewählten Arbeitern der Fabriken in Guanlan, Longhua (Shenzen) und Chengdu basiert, nennt die Organisation Probleme und deren Ursachen sowie Maßnahmen zu deren Behebung.
Häufig hätten die Arbeitszeiten die gesetzlich vorgeschriebenen 40 Stunden pro Woche und die erlaubten 36 Überstunden pro Monat überstiegen, selbst die Verpflichtung Foxconns, nicht länger als 60 Stunden pro Woche arbeiten zu lassen, sei oft nicht eingehalten worden. In einigen Fällen hätten Arbeiter sieben Tage die Woche gearbeitet ohne mindestens einmal 24 Stunden auszusetzen. Apple hat in seinem jüngsten Supplier Responsibility Report geschrieben, die höchste Priorität wäre die Reduzierung der Arbeitszeiten bei seinen Zulieferern. Die FLA hat nun mit Foxconn vereinbart, die Arbeitszeitgesetze bis zum 1. Juli 2013 einzuhalten, dazu werde die Firma "zehntausende" neue Arbeiter einstellen, um die anfallenden Lasten besser zu verteilen. Dazu werde Foxconn auch neue Unterkünfte und Kantinen bauen.
Bei der Arbeitssicherheit sollen nun auch neue Standards gelten, jeder Unfall werde nun meldepflichtig und nicht wie bisher nur diejenigen, die zur Unterbrechung der Produktion führen. Sicherheitsbeauftragte soll nun nicht mehr der Arbeitgeber bestimmen, sondern sie sollen aus der Mitte der Arbeiterschaft kommen und für Einhaltung der Arbeitschutzbestimmungen sorgen. Sofortmaßnahmen der FLA drehten sich um blockierte Notausgänge, fehlende Schutzkleidung oder Zulassungen für gefährliche Arbeiten.
Die Löhne bei Foxconn seien zwar höher als im chinesischen Durchschnitt, doch berichtet die FLA, dass 14 Prozent der Arbeiter nicht ausreichend bezahlt würden insbesondere für ihre Überstunden. Die Lebenshaltungskosten seien zudem so hoch, dass die Löhne dafür zu niedrig seien. Arbeitslosen- und Krankenversicherungen seien ein weiteres Problem, da sie oft nur regional zu erhalten sind. Für die Arbeiter aus entfernten Provinzen seien so nur schlecht Versicherungen abzuschließen. Die FLA will Foxconn zu besserer Bezahlung der Überstunden drängen und Modelle für Versicherungen entwickeln, die sich die Arbeiter aus entfernten Provinzen jenseits der staatlichen leisten könnten.
Die Arbeiter sollen auch besser über die Möglichkeiten der Gewerkschaften und der Tarifverhandlungen unterrichtet werden, allgemein soll Foxconn die betriebliche Mitbestimmung verbessern.
Die FLA will die Umsetzung der Maßnahmen durch Apple und Foxconn regelmäßig überprüfen.
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