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Apple veröffentlicht OS X 10.8.2

20.09.2012 | 10:44 Uhr |

Das zweite Update für das Mac-Betriebssystem kommt in einer großen Datei (fast 700 MB), aber der Download lohnt sich: Apple behebt damit eine Reihe von Fehler und baut die versprochene Integration mit Facebook ein.

Langjährige Mac-Benutzer wissen: Wenn die Versionsnummer an der letzten Stelle auf „2“ wechselt, ist das jeweilige Betriebssystem vollständig und meistens auch ziemlich fehlerfrei. Bei OS X Mountain Lion 10.8.2 zum Beispiel behebt Apple den Fehler beim Befehl „Sichern unter“ – wer ihn verwendet, entscheidet, ob Änderungen dabei im Original und in der Kopie gespeichert werden. Behoben ist auch ein Ärgernis in Mail: Entwürfe neuer E-Mails, die noch nicht versendet wurden, zeigt Mail künftig nach einem Neustart automatisch wieder an. Das gleich gilt für Safari: Dort kann man in den Einstellungen festlegen, dass die zuletzt geöffneten Internet-Seiten nach einem Neustart automatisch wieder geladen werden.

Die Integration mit Facebook funktioniert mit Version 10.8.2 wie erwartet: Gibt man die Zugangsdaten zu Facebook in den Systemeinstellungen einmal ein (unter „Mail, Kontakte & Kalender“), kann man ab sofort Texte und Bilder mit der Funktion „Teilen“ auf die Pinnwand bringen. Umgekehrt sieht man neue Kommentare der Facebook-Freunde in der Mitteilungszentrale. Im Gamecenter kann man die eigenen Spielergebnisse veröffentlichen, Freunde über Facebook zum Spielen einladen und den berühmten Kommentar „Gefällt mir“ für Spiele vergeben.

Eine nette Ergänzung gibt es in den Nachrichten: Wer iCloud mit einem iPhone nutzt, sieht Nachrichten, die an die Mobilfunknummer gingen, jetzt auch auf dem Mac im Programm Nachrichten. Selbstverständlich kann man dann am Mac auch auf diese Nachrichten antworten.

Zu den kleineren Ergänzungen zählen wir ein erweitertes Sprachverständnis der Diktierfunktion, die jetzt Mandarin, Kantonesisch, Spanisch, Koreanisch, Italienisch sowie Englisch und Französisch mit kanadischem Akzent versteht. Im Lexikon findet sich ein Wörterbuch für Französisch.

Starke Verbindung zu Facebook

Apple hatte bereits im Februar versprochen, dass OS X Mountain Lion eine direkte Verbindung zu Facebook bekommt. Zum Start von OS X 10.8 Mountain Lion im Juli fehlte die Integration von Facebook im Mac-Betriebssystem noch. Erst nachdem Apple iOS 6 veröffentlicht hatte, das ebenfalls eine systemweite Verbindung zu dem sozialen Netz bietet, liefert Apple auch für den Mac nach. Mit dem Update auf Version 10.8.2 erhält man in den Systemeinstellungen unter „Mail, Kontakte & Kalender“ den unscheinbaren Knopf „Facebook“. Wer dort die Zugangsdaten zu Facebook eintippt, erhält weitreichende Möglichkeiten: In allen Programmen, die den Knopf „Teilen“ anzeigen, kann man Texte und Bilder an die Pinnwand von Facebook weiter reichen (gemeint ist der Knopf mit dem Pfeil, der aus einem Rechteck herauszeigt). Er findet sich zum Beispiel in Safari, Vorschau und im Finder, aber auch in iPhoto, Aperture und der Software Kontakte (bisher: „Adressbuch“). Und bei den Kontakten sieht man die erweiterte Facebook-Integration: Dort lassen sich Name, E-Mail-Adresse und Anschrift der Freunde von Facebook in die Software Kontakte auf dem Mac übertragen.

Einziger Wermutstropfen: Wenn durch den Abgleich mit Facebook doppelte Einträge in den Kontakten entstehen, ist man auf die wenig hilfreiche Funktion „Ausgewählte Visitenkarte zusammenführen“ (im Menü „Visitenkarte“) angewiesen. Sie wirft aber bei uns im Test einfach alle Informationen beider Einträge in einem zusammen, so dass hinterher Telefonnummern und E-Mail-Adressen doppelt vorhanden sind. Dann ist manuelle Nacharbeit erforderlich: „Bearbeiten > Visitenkarte bearbeiten“.

Die Facebook-Integration in iOS und OS X hat auch Folgen für iTunes: Am 30. September schaltet Apple sein eigenes soziales Netzwerk Ping ab , das seit September 2010 in iTunes ein Schattendasein geführt hatte.

Gatekeeper jetzt auch in Lion

Auch das Vorgängersystem OS X 10.7 hat Apple noch einmal aktualisiert – und Lion dabei sogar eine neue Funktion spendiert.


Zeitgleich mit dem Update auf OS X 10.8.2 hat Apple ein Update für OS X Lion auf die Version 10.7.5 veröffentlicht. Das recht umfangreiche Update behebt einige Fehler, schließt etliche Sicherheitslücken und optimiert die Stabilität des Systems. Bestandteil des Updates ist auch Gatekeeper, sodass man nun wie unter Mountain Lion festlegen kann, aus welchen Quellen Software installiert werden darf. Fehler wurden unter anderem mit Launchpad, der Spotlight-Suche auf SMB-Servern, der Audio-Ausgabe auf dem Thunderbolt-Display sowie mit VGA-Projektoren behoben. Außerdem hat Apple die Zuverlässigkeit des WLANs auf den iMacs verbessert, und man kann nun E-Mail-Adressen mit der Domain „@icloud.com“ verwenden. Betroffen von den behobenen Sicherheitsproblemen waren die Systemkomponenten Apache, BIND, Core Text, Data Security, Image IO, der Installer, International Components for Unicode, der Kernel, Mail, PHP, Quicklook, Quicktime, Ruby und USB.

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