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Bugs und Nervereien in iOS 6

24.09.2012 | 17:29 Uhr |

Je länger wir iOS 6 ausprobieren, desto mehr Bugs treten auf. Hier finden den aktuellen Stand unserer Recherche

Die ersten Probleme tauchen bei vielen Nutzern schon während des Updates auf. Ganze 2,5 GB benötigt die Aktualisierung auf iOS 6. Bei uns in der Redaktion sorgte diese enorme Kapazität dafür, dass sich bei einigen Kollegen das Aufspielen des neuen Betriebssystems über eine Viertelstunde hinzog. Kollege Walter Mehl musste gar sein iPhone 4 zurücksetzen, weil der Balken einfror und nichts mehr ging. Nicht viel besser ging es Peter Müller mit seinem iPad 2, das per Kabel mit iTunes verbunden war. Nach dem Download vermeldete iTunes den Fehler 6 und riet zum Zurücksetzen und Wiederherstellen des Gerätes, was dann mehrere Stunden in Anspruch nahm.
 
Den meisten Aufruhr sorgte jedoch die Karten-App. Bei der Vorstellung von iOS 6 sorgten die hauseigenen Apple-Karten mit Darstellungen in 2D und 3D, Navigationssys­tem und Flyover-Funktion für große Begeisterung. Und auch auf der Apple-Website wird die App selbstbewusst angekündigt: „Karten zeigt dir, wo´s langgeht ... All das macht die App zu einem der leistungsstärksten und im wahrsten Sinne sehenswertesten Navigations- und Kartendienste.“

Montenegro erscheint unter iOS 6 als Terra incognita.
Vergrößern Montenegro erscheint unter iOS 6 als Terra incognita.

 
Leider wird Apple seine gelungene Präsentation zum Verhängnis, denn in der Praxis zeigen die neuen Karten einige Schwächen. Das Kartenmaterial weist teils bizarre Fehler auf, ist veraltet oder in vielen ländlichen Gebieten unvollständig. Entsprechend deutlich zeigen die Anwender ihr Missfallen auf entsprechenden Blogs . So fallen beispielsweise Lücken in den Karten von Europa und den USA auf.

Neben der berechtigten Kritik vieler Anwender, klingt jedoch die Medienschelte, die nach der Veröffentlichung von iOS 6 anhebt, eher nach Schadenfreude denn nach begründeter Kritik. Für die Kollegen von Forbes ist beispielsweise „der Google-Maps-Krieg mit Apple vorbei – und Google hat gewonnen.“ Tatsache ist, dass es den Karten an vielen Stellen an Genauigkeit und Infos mangelt, vor allem in ländlichen Gebieten, dass Bilder mitunter verzerrt sind und unter anderem zu wilden Kurven bei der Darstellung eigentlich gerader Autobahnen führen. Dass Dublin wegen einer Fehlinterpretation sogar plötzlich einen Flughafen hat, ist noch eine der netteren Anekdoten.

Im Test können wir uns über einen Flug durch Münchens Innenstadt begeistern, der Navitest verläuft ebenfalls zufriedenstellend. Auch unsere Kollegen der Macworld testen die App sowohl in Paris als auch in Palo Alto und finden wenig Anlass zur Kritik. Und so lassen sich nach ers­ter harscher Kritik im Netz auch Gegenstimmen hören.

Doch es gibt Abhilfe für alle, die die Schwächen von Apples Karten nicht hinnehmen oder auf ein Update warten wollen: Wer weiter auf die Karten von Google vertrauen möchte, ruft auf iPhone oder iPad „,maps.google.com“ auf, und fügt die Karten über den Befehl „Zum Home Bildschirm“ (hinter dem Icon Lesezeichen) zu den Symbolen auf seinem Startbildschirm. Ein Klick auf das Icon führt dann auch unter iOS 6 zur gewohnten Google-App. 
 
Doch es gibt noch mehr Bugs in iOS 6:

  • Patrick Woods kämpft mit iTunes Match , das nach dem Update nichts mehr lädt. Bei dem Kollegen werden nur noch lokal-gespeicherte Songs angezeigt. Songs aus der Cloud tauchen nicht mehr auf. Außerdem stürtzt die Musik-App ab. Ein Zurücksetzen der Einstellungen blieb erfolglos.

  • Der Link zum App-Store in der Passbook-App war anfangs inaktiv. Apple hat das Problem jedoch inzwischen beseitigt, so dass der Link aus der App heraus wieder erreichbar ist.

  • Unsere Kollegin Christiane Stagge wurde anfangs beim Laden einer neuen App nach dem Benutzernamen und Kennwort ihrer Apple-ID gefragt, obwohl sie das Kennwort bereits korrekt eingegeben hatte. Beim Tipp auf „Abbrechen“ wurde die App trotzdem geladen. Dieser Fehler trat nach kurzer Zeit jedoch nicht mehr auf. 

  • Für einigen Unmut hat auch die Facebook-Integration gesorgt. Erlaubt man Facebook, auf die eigenen Kontakte zuzugreifen, erscheinen diese auch im iPhone-Adressbuch. Für alle diejenigen, die 500 Facebook-Kontakte haben, ist das etwas unpraktisch.

 
Wenn Sie noch andere iOS6-Fehler finden, die in unserer Lis­te fehlen, schicken Sie uns die Info an redaktion@macwelt.de. Wir prüfen die Bugs und klären, ob es Abhilfe gibt.

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