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Das Recht von Amazon und die Rechte der Kunden bei E-Books

14.08.2009 | 11:35 Uhr |

Amazon hat kürzlich die Bücher "1984" und "Animal Farm" von George Orwell aus dem Internetshop "Kindle E-Book Store" gelöscht und parallel dazu die bereits bezahlten E-Books von den Geräten ihrer Kunden gelöscht. Technisch ist Amazon dazu in der Lage - genauso wie Apple beim iPhone.

Kindle iPhone 1984
Vergrößern Kindle iPhone 1984

Nachdem sich die erste Aufregung über den "Eingriff" gelegt hat, beginnt die juristische Aufarbeitung in USA und Deutschland: Die Kindle-Lesegeräte sind hierzulande noch nicht erhältlich. Auch Apple hat beim iPhone eine Funktion, wonach Downloads beim Kunden wieder gelöscht werden können. Bislang hat aber kein deutsches oder amerikanisches Gericht entschieden, ob dies zulässig ist.

Was "Kaufen" beim Buch vom Kauf eines Ziegelsteins unterscheidet

Wer eine Sache (zum Beispiel einen Ziegelstein) kauft, wird deren Eigentümer und kann damit machen, was er will. Die Sache darf ihm auch nicht wieder weggenommen werden. Diese Grundsätze gelten jedoch im Urheberrecht nur mit Einschränkungen. Unter anderem fehlt dort der "gutgläubige Erwerb": Wer ein urheberrechtlich geschütztes Werk, wie ein Buch oder ein Musikstück, im Internet herunterlädt, begeht damit eine Vervielfältigungshandlung im urheberrechtlichen Sinne. Diese Vervielfältigung ist nur dann zulässig, wenn man dazu berechtigt war, die Rechte zu übertragen. Der Gesetzgeber sagt: Es muss eine lückenlose Rechtekette zum Urheber vorliegen. Ist dies nicht der Fall, kann der Urheber gegen jeden Verletzer und damit auch gegen den Kunden vorgehen. Ein Käufer kann sich dann "nur" an seinem Verkäufer beziehungsweise den Anbieter im Internet wenden und den Kaufpreis zurückfordern und Ersatz des gegebenenfalls entstandenen Schadens verlangen (wenn der Urlaub ins Wasser fällt, weil das Reparaturhandbuch für das Auto eine illegale Kopie war).

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