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Urteil: Prepaid-Guthaben ab sofort unbegrenzt gültig

09.03.2006 | 10:34 Uhr

Auch Käufer von Prepaid-Handys müssen die Möglichkeit haben, ihr Guthaben zeitlich unbegrenzt zu nutzen.

Prepaid-Handys sind praktisch: Man kauft eine Guthabenkarte, telefoniert sie ab und lädt bei Bedarf wieder nach. Bisher haben die meisten Prepaid-Anbieter die Gültigkeitsdauer des Guthabens begrenzt. Ein Handy-Guthaben verfiel, wenn der Kunde es nicht in einer bestimmten Frist - meist 12 Monate - verbrauchte oder wieder auflud.

Begründung der Netzbetreiber: Durch die Verwaltung inaktiver Kundenverträge entstünden unzumutbar hohe Kosten. Dieser Praxis hat das Landgericht München jetzt einen Riegel vorgeschoben: Der Käufer habe sein Guthaben voll bezahlt und müsse es zeitlich unbegrenzt nutzen können (Az. 12 O 16098/05). Die Verwaltung ungenutzter Kundenkonten sei heutzutage ein automatisierter Buchhaltungsvorgang, der Aufwand für den Provider deshalb gering. Weil auch größere Guthaben bei vorübergehender Nichtnutzung verfielen, sei der Kunde unangemessen benachteiligt.

Die Klausel über das automatische Verfallen des Guthabens nach einer festen Frist darf der beklagte Netzbetreiber nun nicht mehr anwenden. Außerdem darf ein nicht in Anspruch genommenes Guthaben bei Beendigung des Vertrages nicht verfallen, so die Münchner Richter. Dadurch werde die Kündigung des Prepaid-Vertrags durch den Kunden unnötig behindert. Das Restguthaben muss der Provider bei Vertragsende künftig zurückzahlen.

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