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VIAG Interkom will UMTS-Milliarden zurück

18.10.2000 | 00:00 Uhr |

Nach MobilCom will auch VIAG Interkom
einen Teil der Milliardenausgaben für die UMTS-Lizenz zurück. Der
Bund solle «den wirtschaftlich nicht vertretbaren Teil» des Betrages
für die UMTS-Lizenz zurückgeben, forderte VIAG Interkom-Chef
Maximilian Ardelt am Dienstag in Frankfurt. Die Milliardenkosten
würden kurz- und mittelfristig die Wachstumsaussichten der gesamten
Branche reduzieren. Daher werde auch der «Arbeitsplatzmotor
Telekommunikation» ins Stottern geraten.

Die spektakuläre Versteigerung der begehrten UMTS-Lizenzen war
nach knapp drei Wochen am 18. August mit einem Rekordergebnis zu Ende
gegangen. Das Bietergefecht mit 173 Runden spülte 98,8 Milliarden DM
in die Kasse von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD). Die
Telefongesellschaft MobilCom ersteigerte in dem Verfahren eine
Lizenz, klagte aber anschließend gegen das Verfahren und die Kosten
von rund 16 Milliarden DM. Die VIAG Interkom GmbH (München)
verzichtete wie die anderen vier Lizenzgewinner auf Rechtsmittel.

Ardelt appellierte nun an den Bund, den Schaden zu begrenzen. Die
Lizenzabgabe sei rechtlich umstritten und das «Ergebnis eines auf
Maximierung ausgelegten Auktionsverfahrens». Durch den Versuch der
Deutschen Telekom, einen weiteren Bieter zur Aufgabe zu zwingen, sei
«der Lizenzpreis in völlig unakzeptable Höhen getrieben worden».
dpa

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