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VW gesteht Fehler bei der Rekuperations-Software

26.11.2015 | 15:37 Uhr |

Die Negativschlagzeilen um VW finden kein Ende. Nach dem Manipulations-Skandal um die Abgaswerte kommt nun auch noch ein Software-Problem dazu, welches auf Versagen der Ingenieure zurückzuführen ist. Laut VW soll der Fehler jedoch weitaus weniger Schaden anrichten, als zuerst vermutet.

Laut der Welt hat Volkswagen mit neuen Softwareproblemen zu kämpfen. Die neue Rekuperationstechnik soll eigentlich dafür sorgen, dass die Energierückgewinnung über das Rollen des Fahrzeugs erfolgt und die gewonnene Energie in die Batterie umgeleitet wird. Auf Nachfragen der PC-Welt relativiert VW jedoch die Problematik . Demnach "ist die Rekuperation [...] nur unter ganz bestimmten, eher seltenen Voraussetzungen, gestört". Zudem habe der Softwarefehler keinen Einfluss auf den Kundenverbrauch.
 
Volkswagen räumte ein, dass es Probleme in Form von Fehlfunktionen bei der fraglichen Software gäbe. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Halter der betroffenen Autos die Fehlfunktion nicht selbst erkennen können. „Wir überprüfen das zurzeit. Es sind nicht alle Autos einer bestimmten Baureihe betroffen, sondern nur bestimmte Fahrzeuge.“ Erstmalig machte VW bei einem Treffen mit der Untersuchungskommission zur Aufklärung der Abgasaffäre auf dieses Problem aufmerksam, woraufhin die Kommission den Konzern zu einer Rückrufaktion aufforderte. „Wenn ein Softwarefehler den Verbrauch und damit den CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs beeinflusst, muss man fragen, ob die jeweilige Typgenehmigung noch Gültigkeit hat“, sagte eine Mitglied der Kommission. Obwohl es wahrscheinlicher sei, den Fehler mithilfe von Inspektionen zu beheben, werde derzeit noch ein Rückruf in Betracht gezogen.

Wenn der Wagen in Bewegung ist, wird Energie erzeugt, die wiederum in die Batterie umgeleitet wird. Diese Technik wird sowohl in Hybrid-Modellen als auch in Benzin- Motoren angewandt.
Vergrößern Wenn der Wagen in Bewegung ist, wird Energie erzeugt, die wiederum in die Batterie umgeleitet wird. Diese Technik wird sowohl in Hybrid-Modellen als auch in Benzin- Motoren angewandt.
© Volkswagen

Auch wenn die Rekuperationstechnik in fast allen neueren VW-Modellen verbaut ist, sei nicht automatisch bei allen Fahrzeugen fehlerhafte Software installiert worden. Als sicher gilt, dass Autos von dem Fehler betroffen sind, welche ab der 22. Kalenderwoche

dieses Jahres produziert wurden. Der Softwarefehler erscheint nur dann, "wenn sich die 12 Volt-Fahrzeugbatterie entladen hat und über ein externes Ladegerät mit eingeschalteter Zündung nachgeladen worden ist - und vor der ersten fahrt die Zündung nicht wieder ausgeschaltet wurde. [...] Der Fehler wird jedoch beim ersten Motorneustart wieder gelöscht" und sei für den Kunden kein Verbrauchsnachteil.

Dass dieser Fehler zu Stande kam, sei auf den Druck, unter dem die  Entwickler in den vergangenen Jahren standen, zurückzuführen. Da immer mehr Behörden in den USA, China und auch in Europa strengere Schadstoffobergrenzen verordneten, musste VW schnellstens mit einer ausgereiften Rekuperationstechnik reagieren. Laut Welt stellten für die VW-Ingenieure die „schnelle Steigerung der Absatzzahlen, die ständige Ausweitung der Produktionspalette und die vielen Varianten bei den technischen Ausstattungen“ eine zu große Überforderung dar.

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